Bel Air Sour: This is the one for you

Sauerbiere erfreuen sich zunehmender Popularität. Mit Bel Air Sour präsentiert die Brooklyn Brewery einen wunderbar-knackigen Sommergenuss! 

Nicht jedes Bier «funktioniert» gleich gut an einem heissen Sommertag. Wenn dir der Sinn nach Gerstensaft mit einer möglichst erfrischenden Komponente steht, solltest du es mal mit einem Sauerbier versuchen. Für lange Zeit beinahe schon in Vergessenheit geraten, erfreut es sich wieder konstant wachsender Beliebtheit vor allem unter Freundinnen und Freunden des etwas anspruchsvolleren Biergenusses. Ein derzeit besonders populäres Beispiel ist das Bel Air Sour der Brooklyn Brewery, von Braumeister-Ikone Garrett Oliver liebevoll als sein «Happy Juice» tituliert. Gerade erst wurde es an der New York State Craft Beer Competition mit der Goldmedaille in der Kategorie «Kettle and Simple Sours» ausgezeichnet.

Den Geschmack in Worte zu fassen, fällt gar nicht so leicht, vor allem falls du noch nie ein Sauerbier getrunken hast. In der Nase machen sich Noten von Passionsfrucht, Litschi und anderen tropischen Früchten bemerkbar, während beim süffig-teigigen Abgang vor allem der leicht säuerliche Nachgeschmack hängen bleibt. Zustande kommt dieses kleine Meisterwerk durch nachträgliche Kalthopfung und einen speziell gezüchteten Laktobacillus-Stamm, der die aussergewöhnlichen Aromen überhaupt erst ermöglicht. Mit seiner leichten und frischen Art ist Bel Air Sour das perfekte Bier als Begleiter zu einem schön angerichteten Teller mit Pulpo-Salat beispielsweise. Oder zur Pouletbrust vom Grill. Oder auch mal zu einem feinen Sorbet, denn Bel Air Sour ist vor allem eines: überraschend! Ergänzt sei an dieser Stelle noch ein wenig Wissen für dein nächstes Pub-Quiz: Seinen Namen verdankt das Bel Air Sour übrigens einem ehemaligen Auto des Brooklyn Lab Managers Andrew Bombard, einem klassischen Chevrolet Bel Air.

Was ist eigentlich Sauerbier?

Eine einfache Frage, auf die es jedoch keine ebenso einfache Antwort gibt. Natürlich erklärt sich der Begriff irgendwie von selbst: Sauerbiere schmecken allesamt in unterschiedlichen Abstufungen säuerlich. Doch das trifft nunmal auf eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Bierstile mit teils jahrhundertelanger Tradition zu. Müsste man ein Land nennen, das sich in diesem Zusammenhang speziell hervortut, wäre das sicher Belgien. Hier hat die Liebe zum Sauerbier – im Gegensatz zu beinahe allen europäischen Nachbarn – nie wirklich nachgelassen. Von dort stammt der vielleicht wichtigste Vertreter dieser Bierkategorie: das Lambic. Es gilt nicht nur als eines der komplexesten Biere überhaupt, sondern dient gleichzeitig als Basis für andere Sauerbiere wie Gueuze, Faro oder Kriek.

Auch Deutschland hat eine gewisse Erfahrung mit Sauerbier vorzuweisen, und zwar in der Form der berühmten Berliner Weisse. Vermutlich habt ihr den Namen meistens in Kombination mit dem Zusatz «mit Schuss» gehört. Damit ist wahlweise Waldmeister- oder Himbeersirup gemeint, der hinzugefügt wird, um die Säure ein wenig abzumildern. Wahre Kennerinnen und Kenner haben dafür aber nur ein mildes Lächeln übrig und verzichten auf diesen geschmacklichen Weichzeichner. Mittlerweile versuchen sich gerade Craft-Beer-Brauerinnen und Brauer rund um den Globus an immer neuen Sauberbier-Varianten. In den USA etwa spricht man von «American Spontaneous Ales», «Wild Ales» oder «Sour Ales»; zu den Letzteren wird auch das Bel Air Sour gezählt.

So entsteht Sauerbier: Spontangärung und Milchsäurebakterien

Die Säure im Sauerbier geht in praktisch allen Fällen auf Milchsäure- oder verwandte Bakterien zurück, die während des Brauvorgangs ins Bier gelangen. Das Lacotbazillus kennst du vermutlich eher aus einem anderen Kontext: Es spielt bei der Herstellung von Joghurt eine wichtige Rolle. Die meisten Sauerbiersorten haben eine weitere Gemeinsamkeit: Der Alkohol entsteht durch Spontanvergärung mit sogenannten wilden Hefen, wie etwa Brettanomyces. Als die Menschen einst die ersten Gehversuche aus dem Feld der Braukunst unternahmen, war diese Form der Gärung die Normalität. Nachdem wir sie im Laufe der Zeit durch immer genauer kontrollierte Brauprozesse beinahe zum Verschwinden gebracht hatten, legt sie jetzt wieder an Bedeutung zu und beschert uns zusätzliche Vielfalt in Sachen Bier.

Zum Abschluss noch ein Tipp für all jene unter euch, die erstmals ein Sauerbier versuchen: Es empfiehlt sich, für den Einstieg eine zugängliche Variante wie das Bel Air Sour oder beispielsweise ein Kriek zu wählen. Denn unser ganzes Bierleben lang haben wir uns an typische Aromen gewöhnt, die eben so gar nichts mit «sauer» zu tun haben. Dich gleich an eine extreme Variante wie ein Lambic heranzuwagen, könnte deine Geschmacksnerven unter Umständen ein wenig überfordern. Aber hey: Die Entscheidung liegt ganz bei dir – entgehen lassen solltest du dir den Sauerbier-Genuss definitiv nicht!