Irisches Bier: Das Duo Kilkenny und Smithwick’s

Unter den irischen Bieren gehört Kilkenny zu den bekanntesten. Das vollmundige Red Ale ist eine speziell für den Export produzierte Variante von Smithwick’s, dem meistverkauften Ale Irlands.

Der Markenname Kilkenny geht im Grunde auf unser Problem mit dem englischen «th» zurück: Als Smithwick’s erstmals im deutschen Sprachraum erhältlich war, fingen sich meisten Menschen einen Knoten in der Zunge ein, wenn sie sich an der Aussprache versuchten. Die Lösung lag glücklicherweise auf der Hand: Kilkenny – die Heimatstadt des schmackhaften Red Ales – drängte sich als ebenso einprägsame wie leichtgängige Bezeichnung förmlich auf. Mittlerweile handelt es sich beim Namen nicht mehr um den einzigen Unterschied: Kilkenny wird heute etwas stärker eingebraut als Smithwick’s und hat dadurch einen leicht höheren Alkoholgehalt. Da daran auch die Biertrinkerinnen und -trinker in Irland Freude fanden, sind die beiden Sorten dort in friedlicher Koexistenz vereint.

Irisches Bier – historischer Genuss

Diese kleine Anekdote stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus der bewegten Geschichte der Brauerei Smithwick’s dar. Ihren Anfang nahm diese vor gut 300 Jahren, als John Smithwick 1710 seine Brauerei in Kilkenny gründete. Wobei wir genau genommen sogar noch ein deutliches Stück weiter zurückblicken könnten. Denn Smithwick wählte für sein Unternehmen das Gelände einer ehemaligen Franziskaner-Abtei, deren Bewohner bereits im 14. Jahrhundert mit dem Bierbrauen begonnen hatten.

 

Klingt nach ausgezeichneten Voraussetzungen, möchte man meinen. Doch leider: weit gefehlt. John Smithwick hatte es als Vollwaise ohnehin nicht gerade einfach im Leben, aber ein echtes Hindernis für seine unternehmerische Laufbahn war seine Religionszugehörigkeit: Als Katholik sah er sich im protestantischen Kilkenny mit allerlei offiziellen und inoffiziellen Diskriminierungen konfrontiert. Nach aussen trat deswegen sein Partner Richard Cole als Gesicht der Brauerei auf, um das Unternehmen möglichst wenig angreifbar zu machen. Natürlich blieb dies Arrangement nicht vollkommen im Verborgenen, was der Brauerei eine mysteriöse Aura verlieh. Diese erwies sich am Ende als nicht ausschliesslich schlecht fürs Geschäft – denn offenbar gefiel es den Menschen, mit einer derart geheimnisumwitterten Person in Verbindung gebracht zu werden.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Geheimniskrämerei schliesslich ein Ende. Mit Abschaffung der Strafgesetze durften nun auch Katholiken Unternehmen besitzen. Trotzdem dauerte es noch einige Zeit, bis der Name Smithwick’s im Jahr 1827 endlich über den Toren der Brauerei prangte. Verantwortlich dafür war Johns Urenkel Edmond, der die volle Kontrolle über die Brauerei übernahm und das Geschäft in eine neue Zeit führte. Dafür schulden wir ihm hopfengetränkten Dank: Ohne ihn hätte es vermutlich nie ein Bier aus dem schönen Städtchen Kilkenny aufs europäische Festland geschafft.

Was macht Kilkenny und Smithwick’s so aussergewöhnlich?

Kennerinnen und Kenner beharren darauf, Kilkenny und Smithwick’s in jeder Blindverkostung erschmecken zu können. Das liegt nicht zuletzt am gerösteten Malz, das den Bieren eine aussergewöhnliche Note verleiht. Fest steht: Wenn du dich mit irischem Bier näher vertraut machen möchtest führt an Kilkenny und Smithwick’s definitiv kein Weg vorbei. In diesem Sinne: Lass es dir schmecken – sláinte!