«Wir sehen Guinness als Versprechen»

Als Arthur Guinness 1759 in Dublin seine Brauerei gründete, unterzeichnete er den Pachtvertrag vorsorglich für 9000 Jahre – ein Omen für die Beständigkeit seines mittlerweile legendären Unternehmens. Steve Gilsenan verrät uns im Interview, weshalb sich Tradition und Innovation im Hause Guinness so hervorragend ergänzen.

Portrait von Steve Gilsenan, Head of Quality bei Guinness

Steve, du bist «Head of Quality» bei Guinness. Was genau tust du in dieser Position?

Ich trage die Verantwortung für alle Aspekte der Qualität, von den verwendeten Rohstoffen bis zu den Abläufen in unseren Brauereien in der ganzen Welt. Ich bin mittlerweile seit mehr als 20 Jahren bei Guinness tätig, und meine Aufgaben haben mich in mehr als 40 Länder geführt. Wir sehen Guinness als Versprechen: Egal, wo man ein Pint geniesst, der Geschmack muss der gleiche bleiben. Deswegen legen wir grössten Wert auf die Auswahl der Zutaten und die Standards, nach denen sie verarbeitet werden.

Für alle, die dich jetzt vielleicht um deinen Job beneiden: Wie wird man «Head of Quality»?

Mein Weg führte mich direkt von der Universität zu Guinness. Zuerst habe ich in der St. James’s Gate Brewery gearbeitet, dann in der Brauerei in Kilkenny, wo ich auch lebe. Vor meiner jetzigen Aufgabe war ich «Master Brewer» und lernte damit jedes noch so kleine Detail im Zusammenhang mit Guinness kennen. Zum Beispiel besuchte ich vor der Ernte die Felder, um mir ein Bild von der Gerste zu machen und zu verstehen, wie wir sie später verarbeiten können. Darin besteht meine wichtigste Qualifikation: Ich lebe Guinness, es ist meine eine, grosse Liebe. Ein Traumjob in jeder Hinsicht!

Erinnerst du dich an das erste Mal, als du durch das berühmte Tor der Guinness Brauerei gelaufen bist?

Mein Vorstellungsgespräch fand in Dublin, aber nicht in der Brauerei statt. Trotzdem wusste sofort: Für dieses Unternehmen möchte ich arbeiten – weitere Bewerbungen sind überflüssig. Diese Leute sprachen mit so viel Leidenschaft, sie waren so stolz darauf, ein Teil von Guinness zu sein. Dieser Eindruck bestätigte sich, als ich zum ersten Mal das St. James’s Gate passierte: Man spürt sofort die Geschichte und die Tradition, die hinter diesem einmaligen Brand stehen. Ich erinnere mich, wie ich eines der originalen Rezeptbücher mit der Unterschrift von Arthur Guinness in meinen Händen halten durfte – das war Inspiration pur! 

Tradition und Innovation gehen bei Guinness Hand in Hand. In der «Open Gate Brewery» entstehen laufend neue Biere. Arbeitest du eng mit den dortigen Braumeisterinnen und Braumeistern zusammen?

Absolut. Ich degustiere regelmässig die neuesten Kreationen, um zu beurteilen, ob Sie in die Guinness-Familie passen. Das ist unser wichtigster Massstab. Doch gleichzeitig streben wir seit unserer Gründung nach Innovation. So hat Guinness als erste Brauerei geröstete Gerste anstelle von Malz verwendet, um nur ein Beispiel zu nennen. In der Open Gate Brewery erschaffen wir neue Geschmackserlebnisse. Manche davon bleiben im wahrsten Sinne des Wortes einmalig, andere werden Teil unserer Produktpalette, wie Hop House 13 oder Guinness IPA.

Was zeichnet die beiden Biere aus?

Dies vorweg: Wir verwenden für beide den Guinness-Hefestrang, der schon seit Generation bei unserem Draught zum Einsatz kommt. Hop House 13 überzeugt mit einem klaren, aber nicht zu starken Hopfenaroma, das genügend Raum lässt für die Süsse des Malzes. Guinness IPA hopfen wir dreimal: auf die traditionelle Art im Braukessel, direkt nach dem Kochen der Maische, und dann noch einmal nach der Fermentierung. Dadurch entsteht eine ausgeprägte Bitternote mit unvergleichlichen Kiefer- und Citrus-Aromen. Solche Erfolge bestärken uns: Innovation wird bei Guinness weiter gross geschrieben!