Pub Quiz: 10 Fragen und Antworten

Wieder mal bei einem Pub Quiz ganz knapp den zweiten Platz belegt? Wir haben das ultimative Cheat Sheet für Fragen rund um das Thema Bier!

Lange mussten wir auf ein echtes Pub Quiz live vor Ort verzichten. Jetzt dürft ihr endlich wieder mit eurem Wissen glänzen – und habt gleich beim ersten Versuch erleben müssen, dass euch die eine entscheidende Antwort zum Sieg gefehlt hat? Falls es an einer Frage aus der Kategorie «Welche Kunst der Selbstverteidigung versucht Ross Rachel und Phoebe in der 17. Folge der sechsten Staffel der Serie Friends beizubringen» lag, dann seid ihr auf euch selbst gestellt. Wenn euch aber eine korrekte Bier-Antwort fehlte, dann können wir euch vermutlich helfen. Zehn klassische Trivia-Fakten haben wir euch mal zusammengestellt. Und wenn ihr weitere Fragen beantwortet haben möchtet, nehmen wir eure Inputs jederzeit per Mail entgegen!

Pub Quiz: Drei Männer im Pub warten gespannt auf eine Antwort

 

  1. Was verbindet den dänischen Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr mit der Carlsberg Brauerei?

Nach der Verleihung des Nobelpreises erhielt Bohr von der Carlsberg Brauerei Freibier auf Lebenszeit. Dazu gab es auch gleich noch eine Villa in direkter Nachbarschaft zur Brauerei. Aus dem Reich der Mythen stammt allerdings die direkte Pipeline, die das Bier sozusagen aus dem Braukessel in Niels Bohrs Wohnzimmer befördert haben soll. Stattdessen wurde ihm das Bier wahlweise in Fässern oder Flaschen frei Haus geliefert. Und jetzt Hand aufs Herz: Wer denkt gerade darüber nach, doch noch Physik zu studieren?

 

  1. Welches Land hat den höchsten Pro-Kopf-Bierkonsum?

Diese Statistiken dazu ändern sich natürlich immer wieder, aber das Land an der Spitze weist eine beeindruckende Beständigkeit auf: Tschechien. Tatsächlich gibt es dort eine Jahrhunderte alte Brautradition und das Land hat viele Klassiker hervorgebracht, wie beispielsweise Staropramen, das sich rund um den Globus grosser Beliebtheit erfreut.

 

  1. Weshalb feiern die Isländer ihren «Tag des Biers» am 1. März?

Weil das isländische Parlament an einem 1. März beschloss, das gesetzliche Verbot von Bier aufzuheben. Ein solches Verbot klingt schon verrückt genug, doch noch unglaublicher finden wir das Jahr, in dem es endete: 1989. Auf Isländisch heisst der Festtag «bjórdagurinn» und offenbar gehören Pub-Touren zu den typischen Feierlichkeiten. Übrigens fällt der März gerade noch in die Jahreszeit, in der ihr in Island die Polarlichter erleben könnt. Stabile Kombo, würden wir sagen.

 

  1. Was bekommt man, wenn man im Pub ein «Poor man’s Black Velvet» bestellt?

Guinness und Cider. Ein guter Bartender sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeiten nicht wirklich mischen, sondern gewissermassen als zwei Schichten erhalten bleiben. Für den «armen Mann» ist das Getränk, weil der echte Black Velvet neben Guinness noch Champagner oder eine andere Millionärsbrause enthält. Hier zur Sicherheit noch ein paar weitere Möglichkeiten, Guinness zu mischen: Black & Tan (mit einem Pale Ale), Blacksmith (mit Smithwick’s), Black & Blue (mit Blue Moon).

 

  1. Was ist Cenosillicaphobie?

Dabei handelt es sich um einen Zustand, der gerade während Live-Übertragungen von Fussballspielen im Pub stark verbreitet ist – die Angst vor leeren Gläsern. Aber bevor jetzt irgendwer versucht, das nächste Pint bei der Krankenkasse abzurechnen: Offiziell als Krankheit anerkannt ist diese Phobie nicht. Mehr noch, bei genauerer Betrachtung wirkt das Wort eher, als sei es im Zuge einer feuchtfröhlichen Maturfeier eines humanistischen Gymnasiums entstanden, ausgedacht von Schüler*innen, die ausgerechnet Altgriechisch regelmässig geschwänzt haben. Immerhin seid ihr jetzt auf die Frage vorbereitet!

 

  1. Welchen Spitznamen hat Coors Bier in den USA?

Coors wird gerne als «Silver Bullet» bezeichnet. Der Grund: Die Dose wurde 1978 in einem Re-Design sozusagen «entfärbt», so dass das Aluminium sichtbar wurde. Verantwortlich für die Neugestaltung war ein junger Künstler namens Marc Barrios, den seine Karriere später nach Hollywood führen sollte.

 

  1. Wie oft mussten die Mönche die Abtei von Grimbergen – und damit ihre Brauerei – in ihrer beinahe 900-jährigen Geschichte neu aufbauen?

Unglaubliche dreimal fiel die Abtei einer Feuersbrunst zum Opfer und brannte mehr oder weniger vollständig ab. Und jedes Mal wurde sie wieder neu aufgebaut. Daher auch das Logo, das die Grimbergen-Flaschen noch heute ziert: der Phönix, der sich wie sein Vorbild in der griechischen Mythologie aus der Asche erhebt, um wieder in voller Pracht zu erstrahlen. 

 

  1. Was ist das teuerste Bier der Welt?

Das teuerste je verkaufte Bier ist ein scheinbar völlig unspektakuläres Helles von Löwenbräu. Aussergewöhnlich wird die Flasche durch das, was sie erlebt, oder genauer, was sie überlebt hat. Sie war dabei, als das Luftschiff Hindenburg im Jahr 1937 nach einer Atlantiküberquerung bei der Landung in der Nähe von New York in Flammen aufging. Der Preis für die Flasche lässt sich nicht eindeutig bestimmen, da sie mehrmals versteigert wurde und unterschiedliche Summen in verschiedenen Währungen im Netz umherschwirren. Deutlich über 10’000 Franken hat sie aber mit Gewissheit eingebracht.

 

  1. Woher hat das Bel Air Sour von Brooklyn seinen Namen?

Naheliegend wäre, an den schnieken Stadtteil von Los Angeles zu denken, in dem schon Will Smith einst edel hauste. Sommer, Sonne Palmen – die Verbindung scheint ja auf der Hand zu liegen. Aber weit gefehlt, das Bel Air Sour verdankt seinen Namen einem Auto, und einem ganz speziellen noch dazu. Es wurde nach dem Chevrolet Bel Air eines Mitarbeiters der Brooklyn Brewery benannt, einem amerikanischen Cabrio-Klassiker.

 

  1. In welcher Brauerei wurde mit die erste reine Hefekultur entwickelt, die noch heute in vielen untergärigen Bieren zum Einsatz kommt?

Carlsberg. Der Brauerei-Gründer J.C. Jacobsen arbeitete mit grossem Ehrgeiz daran, das Brauwesen zu modernisieren und die Qualität des hergestellten Biers zu sichern. Deswegen stellte er einen jungen Wissenschaftler namens Emil Christian Hansen ein, der eine Hefekultur züchtete, die verlässliche Ergebnisse im Brauprozess garantiert. Sie trägt in logischer Konsequenz den Namen «Saccharomyces Carlsbergensis».

 

So, das war’s erstmal. Viel Erfolg beim nächsten Pub Quiz!

PS: Damit niemand sagen, wir kucken nicht über den Tellerrand hinaus: Die Selbstverteidigung aus Friends heisst «Unagi». Es sei ergänzt: eine grandiose Folge!

NextUp Studios: Urban Music mit LYRICS Magazin und der Brooklyn Brewery

Mit dem Projekt «NextUp Studios» rückt das LYRICS Magazin junge Talente aus der Urban-Music-Ecke in den Mittelpunkt. Als Support-Act mit an Bord: Die Brooklyn Brewery!

Titelbild NextUp Studios
Im Ausland gilt die Schweiz für gewöhnlich als das Land der Banken. Des Käses. Der Uhren. Und ja, nicht nur bei den Simpsons kommt im Zusammenhang mit der Schweiz auch schnell mal Schokolade ins Spiel. Unserer bescheidenen Meinung nach gehört auf diese Liste noch ein weiterer Punkt, der leider viel zu oft übersehen wird: die Musik. Dabei geht es uns keineswegs um die zugegeben beeindruckende Dichte Schweizer Exporte für deutsche TV-Shows aus der Kategorie DSDS oder «Sing meinen Song». Vielmehr sprechen wir von der äusserst aktiven Urban-Music-Szene, in der immer wieder neue Talente mit richtig dickem Sound um die Ecke kommen.

Nur: Einfach haben es die jungen Künstlerinnen und Künstler wahrlich nicht. Unser Heimmarkt ist nun mal von eher bescheidener Grösse, die meisten Radiosender arbeiten mit den typischen «Hits aus den 80ern, 90ern, Nullern und das Beste von heute»-Rotationen, und der Plattenladen, der lokale Artists pushen könnte, ist längst Geschichte. Als wäre die Hürde damit nicht schon hoch genug gelegt, hat Corona auch noch jede Form von Live-Auftritten unterbunden. Irgendwann ist dann doch genug, dachten sich die Kolleginnen und Kollegen vom LYRICS Magazin. Mit viel Kreativität und Einsatz haben sie eine Plattform ins Leben gerufen, die ausgewählte Newcomer ins Spotlight stellt.

NextUp Studios: Online zum Durchbruch

Nach ausgiebiger Suche hat das LYRICS-Team insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und gemeinsam mit ihnen exklusive neue Tracks samt Videoclips produziert. Dank der grossen Reichweite und der breiten Vernetzung von LYRICS erhalten die neu entstandenen Werke jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdienen – aber in der aktuellen Situation vermutlich nie erhalten hätten. Der Name der ehrenwerten Aktion: NextUp Studios. Mit dabei sind:

  • Josha Hewitt
  • Kitoko
  • Kalinaw
  • Nide
  • Akindo
  • Cachita
  • ENZO
  • Junior
  • Plus zwei weitere Acts, die im Laufe der Aktion noch ausgewählt werden

Support für NextUp Studios kommt von der Brooklyn Brewery. Das passt wie eine catchy Hook zu einer satten Bassline, könnte man sagen. Denn Musik ist bei den Craft-Bier-Pionieren aus den USA ein Dauerthema. Mit Konzerten in der Brauerei selbst und mit Events im ganzen Land hat die Brooklyn Brewery in der Vergangenheit immer wieder aufstrebende Musikerinnen und Musiker unterstützt. Auch die Zusammenarbeit dem LYRICS Magazin hat bereits Tradition: Brooklyn war bereits 2019 Sponsor des LYRICS Festivals – jetzt wird diese Kooperation im Rahmen des NextUp Studios fortgesetzt.

Wo kann man die NextUp-Artists erleben?

Die Videos findest du auf dem YouTube-Kanal des LYRICS Magazins, einige davon werden wir in den nächsten Wochen auch direkt hier unter diesem Beitrag präsentieren. Damit nicht genug: Auf der Facebook-Seite und im Instagram-Kanal der Brooklyn Brewery wirst du regelmässig exklusives Material von und mit den Künstlerinnen und Künstlern finden, darunter auch eine Spotify-Playlist, das es sonst nirgends zu sehen gibt. Ohne zuviel verraten zu wollen: Unter anderem geht es um die noch eher junge Disziplin des Beer-Music-Pairings. 😉

Wenn du das nicht verpassen willst, heisst es also zwingend: Smack that like button!

Helles Landbier: Schneider geht neue Wege!

Helles Landbier – ein Lagerbier aus dem Hause Schneider Weisse? Ja, die eigentlich für ihr Weizenbier bekannte Traditionsbrauerei aus Bayern hat diesen Schritt gewagt, der beinahe schon einer kleinen Revolution gleichkommt. Georg VI. Schneider leitet das Unternehmen in sechster Generation. Im Interview lässt er uns an der Entstehung seines neuesten Babys teilhaben.

Georg VI., VII., und V. Schneider

Herr Schneider, in welchem Setting wurde die Idee für das Helle Landbier geboren?

Das war ein längerer Prozess. Mein Sohn Georg, der mittlerweile 25 Jahre alt ist und hier im Unternehmen einmal in meine Fussstapfen treten wird, kam schon vor einer ganzen Weile zum ersten Mal auf mich zu und meinte: «Papa, alle meine Kumpels trinken helles Bier. Wieso haben wir eigentlich kein helles Schneider?» Dazu muss man wissen, dass Weissbier obergärig gebraut wird. Mal eben auf ein – untergäriges – Helles umzustellen, ist für uns gar nicht so einfach. Aber mein Sohn gab nicht so schnell Ruhe, und als er das Thema strategisch clever bei einem Familienfest wieder ins Spiel brachte, sprang mein Vater darauf an. Er erinnerte uns daran, dass Schneider bis vor ungefähr vierzig Jahren untergäriges Bier braute. Mehr noch: Als akribischer Sammler und Dokumentierer hatte er sogar die Rezepte dazu.

Also ein echtes Drei-Generation-Projekt?

Definitiv, ein sehr lustvolles Drei-Generationen-Projekt. Es macht mich schon glücklich, dass mein Vater mit seinen 93 Jahren geistig so frisch ist, das er uns ermutigt, neue Wege zu gehen. Was manchmal eben auch heissen kann, auf ganz alte Dinge zurückzugreifen. Das Leben verläuft in Wellen. Was heute modern ist, kommt morgen aus der Mode und erlebt übermorgen ein Revival. Man muss immer flexibel bleiben – mit dieser Weisheit hat mein Vater in seinem hohen Alter uns motiviert.

Eine helles Bier als Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Damit hatten Sie einen Plan, aber noch kein fertiges Bier. Wie lief es weiter?

Wir holten unseren obersten Braumeister Hans-Peter Drexler an Bord und brauten die originale Rezeptur exakt nach. Schnell war uns klar, dass wir uns zwar auf dem richtigen Weg befanden, das Bier aber sozusagen in unsere Zeit bringen mussten. Die Menschen möchten heute ein höher vergorenes, schlankeres und einfach eleganteres Helles als früher.

Wie haben Sie die Rezeptur angepasst?

Wir lösten uns vom ganz klassischen Hellen mit seinem leicht süsslichen Charakter, und entschieden uns eben für ein helles Landbier mit einer fruchtig-frischen Hopfennote. Wir sind in der Hallertau zuhause, einem der wichtigsten Hopfenanbaugebiete der Welt, da liegt das auf der Hand. Wohlgemerkt: immer dezent! Wir sprechen nicht von den «Hopfenhämmern», wie man sie in der Craft-Beer-Ecke häufig findet, sondern von einem Bier mit einer hohen Drinkability. Der Alkoholgehalt ist mit knapp unter 5 % relativ niedrig, trotzdem hat das Bier einen angenehmen Antrunk und einen schönen, weichen Körper. Es passt als «Belohungshalbe» nach dem Rasenmähen ebenso wie als Begleitung zu einer deftigen Brotzeit oder einer feinen Forelle.

Bei Ihrem Kerngeschäft, den Weissbieren, muss man diese Frage nicht stellen, bei einem Hellen sei sie gestattet: Welche Glasform empfehlen Sie?

Ich trinke das Helle Landbier aus dem klassischen bayerischen Bierbecher, dem sogenannten Willibecher. Mit seiner beinahe komplett zylindrischen Form unterstützt dieses Glas die Eigenschaften des Hellen Landbiers perfekt, weil das Aroma und der Geschmack sehr gleichmässig ankommen, vom ersten bis zum letzten Schluck. Man kann das Landbier aber auch sehr gut direkt aus der Flasche trinken, zum Beispiel im heimischen Garten.

Bier: ein Produkt mit vielen Facetten

Die Craft-Beer-Bewegung hat uns viele aussergewöhnliche Sorten beschert, auch aus dem Hause Schneider kommen teils sehr innovative Weissbiere. Ist das Helle Landbier als ein Statement zu verstehen, als ein Bekenntnis zum Bodenständigen, entgegen dem allgemeinen Trend?

Das Schöne ist doch, dass es ein solches Bekenntnis gar nicht braucht. Bier umfasst eine enorme Bandbreite, das macht unseren Beruf so spannend. Auf der einen Seite haben wir sehr komplexe Biere, auf der anderen Seite relativ «einfache» und schlanke Biere, die unkompliziert zu trinken sind und bei denen man sich nicht bewusst auf den Geschmack konzentrieren muss. Gerade deren Herstellung ist eine hohe Kunst, sie verzeihen keinerlei Braufehler, weil man nichts mit zusätzlichen Tricks kaschieren kann. Aber natürlich hat die Craft-Beer-Bewegung viel verändert. Plötzlich fassten Braumeister den Mut, Neues zu versuchen und auszuloten, in welchem Spektrum Bier stattfinden kann. Viele Menschen erkannten dadurch erst, dass Bier eine Genusswelt eröffnet, die ihresgleichen sucht. Genau das macht die Lust an unserer Arbeit aus.

Mit dem Landbier haben Sie die Tür zum untergärigen Bier aufgestossen. Wird es bei der einen Sorte bleiben?

Schaumer mal. Jetzt wollen wir erst einmal ganz bescheiden den Launch des Hellen Landbiers durchziehen, daran arbeiten wir sehr intensiv. Es gehört ja auch zu unserer Aufgabe, unsere Abnehmer in der Gastronomie und im Handel zu unterstützen. Doch wenn mein Vater, mein Sohn und ich bei einem Hellen Landbier zusammensitzen, wird das sicher mal ein Thema werden.

Zum Abschluss noch eine nicht ganz einfache Frage: Ist aktuell denn ein glücklicher Zeitpunkt, um ein neues Bier zu lancieren?

Im Prinzip nein. Aber gleichzeitig eben doch. Was sind denn unsere Alternativen? Es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und wir wissen alle nicht, wie es weitergeht. Jedenfalls kenne ich niemanden mit einer funktionierenden Kristallkugel. Wenn Sie mir Ende 2019 gesagt hätten, was auf uns zukommt, hätte ich Ihnen übermässigen Konsum schlechter Science-Fiction-Romane unterstellt. Nichtsdestotrotz ist es die Aufgabe des Unternehmers, etwas zu unternehmen. Wir müssen nach vorne blicken; gerade wer sich mit Genussprodukten befasst, erwartet das von einer Marke. Es gibt auch jetzt Lichtblicke und man kann aus jeder Situation etwas machen.

Herr Schneider, vielen Dank für das Gespräch!

Mann hält Flasche Schneider's Helles Lanbier mit Schiff im Hintergrund

Brooklyn Special Effects: der Begleiter für neue Abenteuer

Ein Spezialeffekt ganz nach unserem Geschmack: ein herrlich frisches Bier mit vollem Aroma, aber mit weniger als 0,5 % Alkohol.

Brooklyn Special Effects: 3 Flaschen, im Hintergund die Brooklyn Bridge in New York

Die Craft-Beer-Bewegung hat den amerikanischen Biermarkt innert weniger Jahre komplett auf den Kopf gestellt. Während dort vor nicht allzu langer Zeit – no disrespect, folks – noch eine gewisse Gleichförmigkeit herrschte, erleben wir heute eine schier grenzenlose Vielfalt und eine unglaubliche Liebe zum Detail. Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung überrascht es ein wenig, dass sich der Trend zu alkoholfreien Alternativen in den USA bisher noch kaum etablieren konnte. Doch glücklicherweise gibt es unsere Freunde von der Brooklyn Brewery, die ausgezogen sind, das zu ändern.

Anfangs konnte sich Chef-Braumeister Garret Oliver so gar nicht für die Vorstellung begeistern, wie er selbst bekennt. «Aber warum?», soll seine lapidare Reaktion gelautet haben, als die Idee eines alkoholfreien Biers mit dem ikonischen Brooklyn-Logo erstmals an ihn herangetragen wurde. Dabei blieb es allerdings nicht lange. Als kreativer Kopf hinter zahlreichen Bierinnovationen fühlte er sich herausgefordert: War es möglich, ein alkoholfreies Bier zu erschaffen, das seinen eigenen Ansprüchen gerecht würde? Absolut, wie er mit Brooklyn Special Effects unter Beweis gestellt hat.

Brooklyn Special Effects: für alle, die noch grosse Pläne haben

Das erfrischende Lager überrascht mit einem wunderbaren Pinienaroma, gefolgt von einer angenehmen Bitternote im Abgang. Was ist also das Geheimnis hinter Special Effects? Wie ist es Garret Oliver gelungen, auf den Alkohol zu verzichten, ohne Abstriche im Geschmack machen zu müssen? Die Lösung liegt im extra-langsamen Brauvorgang. Dank der speziellen Gärmethode können sich alle Aromen frei entfalten, ohne dass je Alkohol entsteht, der später wieder entzogen werden müsste. Eine nachträgliche Trockenhopfung mit feinstem Citra- und Amarillo-Hopfen bringt noch eine leichte zusätzliche Grapefruit-Frische ins Spiel, die das Gesamtpaket stimmig abrundet. 

Special Effects gesellt sich ideal zu Spinatsalat, frischem Ziegenkäse oder Omelettes. Wer ein ganz besonderes Geschmackserlebnis sucht, versucht es mit einem schwedischen Toast Skagen. Vor allem ist Special Effects das ideale Getränk für alle, die ein Bier geniessen und danach aktiv bleiben möchten. Denn mit gerade einmal 0,4 % entspricht sein Alkoholgehalt in etwa dem einer reifen Banane – der Rauscheffekt bleibt somit aus. Oder, wie es Garret Oliver für die Brooklyn Brewery so perfekt auf den Punkt bringt: «Real beer, no buzz»!

«Wir sehen Guinness als Versprechen»

Als Arthur Guinness 1759 in Dublin seine Brauerei gründete, unterzeichnete er den Pachtvertrag vorsorglich für 9000 Jahre – ein Omen für die Beständigkeit seines mittlerweile legendären Unternehmens. Steve Gilsenan verrät uns im Interview, weshalb sich Tradition und Innovation im Hause Guinness so hervorragend ergänzen.

Portrait von Steve Gilsenan, Head of Quality bei Guinness

Steve, du bist «Head of Quality» bei Guinness. Was genau tust du in dieser Position?

Ich trage die Verantwortung für alle Aspekte der Qualität, von den verwendeten Rohstoffen bis zu den Abläufen in unseren Brauereien in der ganzen Welt. Ich bin mittlerweile seit mehr als 20 Jahren bei Guinness tätig, und meine Aufgaben haben mich in mehr als 40 Länder geführt. Wir sehen Guinness als Versprechen: Egal, wo man ein Pint geniesst, der Geschmack muss der gleiche bleiben. Deswegen legen wir grössten Wert auf die Auswahl der Zutaten und die Standards, nach denen sie verarbeitet werden.

Für alle, die dich jetzt vielleicht um deinen Job beneiden: Wie wird man «Head of Quality»?

Mein Weg führte mich direkt von der Universität zu Guinness. Zuerst habe ich in der St. James’s Gate Brewery gearbeitet, dann in der Brauerei in Kilkenny, wo ich auch lebe. Vor meiner jetzigen Aufgabe war ich «Master Brewer» und lernte damit jedes noch so kleine Detail im Zusammenhang mit Guinness kennen. Zum Beispiel besuchte ich vor der Ernte die Felder, um mir ein Bild von der Gerste zu machen und zu verstehen, wie wir sie später verarbeiten können. Darin besteht meine wichtigste Qualifikation: Ich lebe Guinness, es ist meine eine, grosse Liebe. Ein Traumjob in jeder Hinsicht!

Erinnerst du dich an das erste Mal, als du durch das berühmte Tor der Guinness Brauerei gelaufen bist?

Mein Vorstellungsgespräch fand in Dublin, aber nicht in der Brauerei statt. Trotzdem wusste sofort: Für dieses Unternehmen möchte ich arbeiten – weitere Bewerbungen sind überflüssig. Diese Leute sprachen mit so viel Leidenschaft, sie waren so stolz darauf, ein Teil von Guinness zu sein. Dieser Eindruck bestätigte sich, als ich zum ersten Mal das St. James’s Gate passierte: Man spürt sofort die Geschichte und die Tradition, die hinter diesem einmaligen Brand stehen. Ich erinnere mich, wie ich eines der originalen Rezeptbücher mit der Unterschrift von Arthur Guinness in meinen Händen halten durfte – das war Inspiration pur! 

Tradition und Innovation gehen bei Guinness Hand in Hand. In der «Open Gate Brewery» entstehen laufend neue Biere. Arbeitest du eng mit den dortigen Braumeisterinnen und Braumeistern zusammen?

Absolut. Ich degustiere regelmässig die neuesten Kreationen, um zu beurteilen, ob Sie in die Guinness-Familie passen. Das ist unser wichtigster Massstab. Doch gleichzeitig streben wir seit unserer Gründung nach Innovation. So hat Guinness als erste Brauerei geröstete Gerste anstelle von Malz verwendet, um nur ein Beispiel zu nennen. In der Open Gate Brewery erschaffen wir neue Geschmackserlebnisse. Manche davon bleiben im wahrsten Sinne des Wortes einmalig, andere werden Teil unserer Produktpalette, wie Hop House 13 oder Guinness IPA.

Was zeichnet die beiden Biere aus?

Dies vorweg: Wir verwenden für beide den Guinness-Hefestrang, der schon seit Generation bei unserem Draught zum Einsatz kommt. Hop House 13 überzeugt mit einem klaren, aber nicht zu starken Hopfenaroma, das genügend Raum lässt für die Süsse des Malzes. Guinness IPA hopfen wir dreimal: auf die traditionelle Art im Braukessel, direkt nach dem Kochen der Maische, und dann noch einmal nach der Fermentierung. Dadurch entsteht eine ausgeprägte Bitternote mit unvergleichlichen Kiefer- und Citrus-Aromen. Solche Erfolge bestärken uns: Innovation wird bei Guinness weiter gross geschrieben!

 

 

Irisches Bier: Das Duo Kilkenny und Smithwick’s

Unter den irischen Bieren gehört Kilkenny zu den bekanntesten. Das vollmundige Red Ale ist eine speziell für den Export produzierte Variante von Smithwick’s, dem meistverkauften Ale Irlands.

Der Markenname Kilkenny geht im Grunde auf unser Problem mit dem englischen «th» zurück: Als Smithwick’s erstmals im deutschen Sprachraum erhältlich war, fingen sich meisten Menschen einen Knoten in der Zunge ein, wenn sie sich an der Aussprache versuchten. Die Lösung lag glücklicherweise auf der Hand: Kilkenny – die Heimatstadt des schmackhaften Red Ales – drängte sich als ebenso einprägsame wie leichtgängige Bezeichnung förmlich auf. Mittlerweile handelt es sich beim Namen nicht mehr um den einzigen Unterschied: Kilkenny wird heute etwas stärker eingebraut als Smithwick’s und hat dadurch einen leicht höheren Alkoholgehalt. Da daran auch die Biertrinkerinnen und -trinker in Irland Freude fanden, sind die beiden Sorten dort in friedlicher Koexistenz vereint.

Irisches Bier – historischer Genuss

Diese kleine Anekdote stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus der bewegten Geschichte der Brauerei Smithwick’s dar. Ihren Anfang nahm diese vor gut 300 Jahren, als John Smithwick 1710 seine Brauerei in Kilkenny gründete. Wobei wir genau genommen sogar noch ein deutliches Stück weiter zurückblicken könnten. Denn Smithwick wählte für sein Unternehmen das Gelände einer ehemaligen Franziskaner-Abtei, deren Bewohner bereits im 14. Jahrhundert mit dem Bierbrauen begonnen hatten.

 

Klingt nach ausgezeichneten Voraussetzungen, möchte man meinen. Doch leider: weit gefehlt. John Smithwick hatte es als Vollwaise ohnehin nicht gerade einfach im Leben, aber ein echtes Hindernis für seine unternehmerische Laufbahn war seine Religionszugehörigkeit: Als Katholik sah er sich im protestantischen Kilkenny mit allerlei offiziellen und inoffiziellen Diskriminierungen konfrontiert. Nach aussen trat deswegen sein Partner Richard Cole als Gesicht der Brauerei auf, um das Unternehmen möglichst wenig angreifbar zu machen. Natürlich blieb dies Arrangement nicht vollkommen im Verborgenen, was der Brauerei eine mysteriöse Aura verlieh. Diese erwies sich am Ende als nicht ausschliesslich schlecht fürs Geschäft – denn offenbar gefiel es den Menschen, mit einer derart geheimnisumwitterten Person in Verbindung gebracht zu werden.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Geheimniskrämerei schliesslich ein Ende. Mit Abschaffung der Strafgesetze durften nun auch Katholiken Unternehmen besitzen. Trotzdem dauerte es noch einige Zeit, bis der Name Smithwick’s im Jahr 1827 endlich über den Toren der Brauerei prangte. Verantwortlich dafür war Johns Urenkel Edmond, der die volle Kontrolle über die Brauerei übernahm und das Geschäft in eine neue Zeit führte. Dafür schulden wir ihm hopfengetränkten Dank: Ohne ihn hätte es vermutlich nie ein Bier aus dem schönen Städtchen Kilkenny aufs europäische Festland geschafft.

Was macht Kilkenny und Smithwick’s so aussergewöhnlich?

Kennerinnen und Kenner beharren darauf, Kilkenny und Smithwick’s in jeder Blindverkostung erschmecken zu können. Das liegt nicht zuletzt am gerösteten Malz, das den Bieren eine aussergewöhnliche Note verleiht. Fest steht: Wenn du dich mit irischem Bier näher vertraut machen möchtest führt an Kilkenny und Smithwick’s definitiv kein Weg vorbei. In diesem Sinne: Lass es dir schmecken – sláinte!