Bierschaum: Ja, er hat eine wichtige Aufgabe!

Der Schaum auf deinem Bier dient nicht einfach nur der ansprechenden Optik. Er sorgt auch dafür, dass der Gerstensaft genau so schmeckt, wie er schmecken soll! 

Bierschaum auf drei unterschiedlichen Sorten Bier

Wozu dient der Schaum auf deinem Bier?

Kennst du den englischen Begriff für Schaumkrone? Nein? Kein Wunder. Es gibt nämlich keine exakte Entsprechung. Mit «Head» kommst du der Idee noch am nächsten, doch der majestätische Aspekt fehlt dabei ganz eindeutig. Unsere durchaus bierverliebten Freunde auf der Insel halten wenig von der Idee, dass der Schaum dem Bier im wahrsten Sinne des Wortes die Krone aufsetzt. Die Optik ist zugegeben eine Frage des Geschmacks, und über den lässt sich bekanntlich streiten.

Aus der Perspektive des Geniessers gesprochen hat der Schaum hingegen eine entscheidende Aufgabe: Er bildet gewissermassen den schützenden Deckel auf deinem Bier. Dieser verhindert, dass die Kohlensäure zu schnell aus dem Glas entweicht und das Bier seine Spritzigkeit verliert. Ausserdem hält der Schaum die Aromen im Bier und bewahrt sie davor, sich ganz und gar sinnlos im Raum zu verteilen, statt deine Geschmacksnerven zu verwöhnen. (Bei einer Bierverkostung sieht das anders aus: Dort möchte man ja gerade möglichst gleichzeitig und sofort mit Mund und Nase alle Aromen aufnehmen können. Deswegen bekommst du dein Bier bei einer Degustation «schaumfrei».)

Ganz nebenbei sorgt der Schaum noch dafür, dass du nicht so leicht etwas verschüttest, weil das Bier messbar weniger «schwappt». Besonders wichtig auf Schiffen oder am Oktoberfest – für den Hausgebrauch sollte es sich dabei hoffentlich eher um ein theoretisches Problem handeln. 

Wie entsteht der Bierschaum?

Eben diese Frage bleibt zu klären. Wenig überraschend hat das mit der Kohlensäure zu tun, die auch die Bläschen im Bier bildet. Das alleine ergibt aber noch keinen bleibenden Effekt, wie du zum Beispiel bei aufschäumender Cola beobachten kannst. Seine Stabilität verdankt der Bierschaum den Eiweissen, die im Malz enthalten sind. Ob du es glaubst oder nicht: Sogar dazu hat irgendwer statistische Daten gesammelt. Zwischen 9% und 11% Proteingehalt liegt der sweet spot für die «besten» Ergebnisse. Der natürliche Feind des Schaums heisst übrigens: Fett. Deswegen solltest du deine Biergläser immer besonders gut reinigen. Wenn du sie vor Gebrauch noch einmal kurz mit kaltem Wasser ausspülst, verhinderst du damit übermässige Schaumbildung, die schliesslich auch kein Mensch gebrauchen kann. 

Natürlich unterscheidet sich der Schaum von Bier zu Bier. Besonders charakteristisch fällt er für gewöhnlich bei Weizenbier aus, wie zum Beispiel beim Klassiker «Schneider Weisse Original». Doch auch typische Lagerbiere wie das von Brooklyn können eine wunderschöne Schaumkrone ausbilden, allerdings mit einer völlig anderen Konsistenz als beim Weizenbier. Hier sei noch erwähnt: Genau genommen setzt der Schaum nicht zwingend Kohlensäure voraus. Viele Stouts wie etwa Guinness setzen stattdessen teilweise oder vollständig auf Stickstoff. Das verleiht dem Bier selbst, aber auch dem Schaum eine deutlich cremigere Textur. Wenn du je ein Guinness getrunken hast, wirst du diesen Effekt sicher nicht vergessen. Erst recht nicht, wenn du mal eines selbst gezapft hast.

PS: Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp. Wenn dein Bier im Glas einmal seinen Schaum verloren hat, kannst du ihn durch Schütteln bis zu einem gewissen Grad wiederherstellen. Schon ein einzelnes Reiskorn verstärkt diesen Effekt noch massiv. Empfehlen können wir diese Idee aber nicht. Denn durch das Aufschäumen löst sich das Kohlendioxid, und dein Bier wird noch schneller schal als ohne Schaum. Insofern hilft nur eins: Augen zu und durch. In dem Fall absolut wörtlich gemeint 😉