Beer & Stream: 10 Tipps für lange Nächte

Beerpairing 2.0: Wir verraten dir, welches Bier am besten zu den Streaming-Highlights für Herbst und Winter passt.

Die Tage werden kürzer, die Anzahl zwingend notwendiger Kleidungsschichten nimmt merklich zu, und deine Couch fordert jetzt all die Aufmerksamkeit ein, die du ihr im Sommer vorenthalten hast. Kurz: Die Zeit für durchstreamte Nächte ist gekommen. Und weil Pairing-Ideen ihren Status als Trending Topic in der Wunderwelt von Pinterest und Co. erfolgreich behaupten, haben wir ein ganz neues Genre für dich entwickelt: Beer & Stream, also die perfekte Kombo aus Film und passendem Hopfentee. Wir setzen dabei bewusst auf eine Mischung aus Neuigkeiten auf den gängigen Streaming-Portalen und mehr oder weniger bekannten Klassikern. Schliesslich haben wir auch einen höheren Bildungsauftrag, dem wir gerecht werden müssen. «Squid Game» kuckst du sicher schon, deswegen haben wir es mit voller Absicht nicht auf die Liste gesetzt. So, ohne weiteres Geschwafel kommen unsere Tipps für deine Unterhaltung:

1. «Brooklyn 99» und Brooklyn Lager

Okay, das lag gewissermassen auf der Hand. Falls du auf amerikanische Comedy-Serien stehst, kennst du Jake Peralta und seine Squad vom 99. Polizeirevier vermutlich sogar schon. Aber erstens weisst du dann, dass Jake genau der Typ für ein Brooklyn Lager wäre: bodenständig und eben doch mit richtig viel Klasse im Gepäck. Zweitens können wir dir gleich zu Beginn unserer Liste vielleicht eine riesige Freude in Form eines Lifehacks bereiten. Wenn du die Sprache deines Instagram-Accounts auf Englisch umstellst (das geht nicht in der App, sondern nur am Computer), tauchen dort plötzlich ziemlich viele Inhalte auf, die du vorher vermisst hast. Wie zum Beispiel die siebte Staffel von Brooklyn 99, die es bei uns eigentlich erst ab 2022 zu sehen gäbe. Noice! Und gern geschehen…

2. «Rick and Morty» und Valaisanne White IPA

Mit dem beschriebenen Kniff könnt ihr seit dem 22. Oktober auch die 5. Staffel von Rick & Morty auf Netflix sehen. Ein Bier zu finden, das den Zeichentrick-Abenteuern des wohl abgefahrensten Opa-Enkel-Duos aller Zeiten Paroli bieten kann, gestaltet sich gar nicht so einfach. Doch das White IPA von Valaisanne kann in Sachen Exzentrik durchaus mithalten, möchten wir meinen. Zumindest sind wir uns relativ sicher, dass du bisher noch nichts Vergleichbares getrunken hast, denn hier werden mit Weissbier und IPA zwei extrem unterschiedliche Bierstile miteinander kombiniert. Fast wie bei unseren Serienhelden, könnte man sagen. Oder anders ausgedrückt: Deine erste Begegnung mit diesem Gebräu aus dem Wallis wird dich angenehm an das Gefühl nach der ersten Folge «Rick and Morty» erinnern.

3. «Mord im Orient-Express» und Grimbergen Rouge

Ja, eigentlich müsste man Agatha Christies Roman-Klassiker in der originalen Verfilmung aus dem Jahr 1974 geniessen. Doch bei Disney+ ist seit Anfang Oktober die Neuauflage mit Kenneth Branagh in der Rolle des Hercule Poirot zu sehen. Schon alleine wegen des hochkarätigen Casts einschliesslich des wie immer grossartigen Johnny Depp lohnt sich der Streifen allemal. Weshalb nun empfehlen wir das Grimbergen Rouge dazu? Weil Hercule Poirot Belgier ist (kein Franzose, denk an unsere Worte!), und weil er den kompletten Gegensatz zum eingangs erwähnten Jake Peralta darstellt: aussergewöhnlich und so gar nicht «down-to-earth», eben genau wie ein Grimbergen Rouge.

 4. «Loki» und Defender IPA

Auf Disney+ findest du eine ganze Reihe von Spinoff-Serien zu den Avengers-Filmen. Loki haben wir gleich aus mehreren Gründen herausgepickt. Zum ersten geht es hier um zeitliche Anomalien und alternative Realitäten, was jede kalte Winternacht mit nerdig-philosophischen Diskussionen aufzuheizen vermag. Zum zweiten verkörpert Tom Hiddleston den nordischen Gott des Schabernacks ganz einfach… ja, göttlich, und Owen Wilson als abgeklärter «Zeit-Wachtmeister» steht ihm in nichts nach. Zum dritten führt mit Kate Herron endlich mal eine Frau Regie in einem Marvel-Werk, was sich sehr positiv bemerkbar macht. Dazu gehört unausweichlich ein Defender IPA, das Bier der Superhelden und der Comicon in New York.

5. «The Prestige» und Schneider Weisse Aventinus

Das Duo Christopher Nolan hinter und Christian Bale vor der Kamera kennst du vermutlich, weil sie uns die drei zweifelsfrei besten Batman-Filme beschert haben. In «The Prestige» bekommen die beiden Verstärkung von Hugh Jackman und Scarlett Johansson. Richtig, ganz nebenbei ist auch noch Musiklegende David Bowie mit an Bord. Der Plot: Zwei junge Magier stehen im London des 19. Jahrhunderts im Wettstreit um die besten Tricks und die Gunst des Publikums. Ein Meisterwerk der Spannung und Magie, das nach einem ebenso komplexen und anspruchsvollen Bier verlangt. Wenn du also schon immer mal nach der passenden Gelegenheit für ein Aventinus gesucht hast, den dunklen Weizen-Doppelbock aus dem Hause Schneider – jetzt ist sie gekommen!

6. «The Rocky Horror Picture Show» und Brooklyn Bel Air Sour

Wir gehen beinahe jede Wette ein, dass du schon irgendwann einmal auf einer Party zu «Time Warp» geshaket hast, als gäbe es kein Morgen. Weisst du auch, aus welchem Film der Song ursprünglich stammt? Exakt, aus der «Rocky Horror Picture Show», dieser komplett durchgedrehten Musical-Verfilmung aus den 1970ern. Ohne Übertreibung handelt es sich dabei um ein absolutes Pflicht-Häkchen auf der Bucketlist aller Film-Enthusiastinnen und Enthusiasten, die diesen Titel verdient haben. In der Bierabteilung gibt es dazu eigentlich nur eine einzige Wahl: Brooklyn Bel Air Sour. Funky und extravagant, eben genau wie das Geschehen auf der Leinwand. Oder deinem TV.

7. «Der letzte Lude» und Astra Urtyp

Yup, der Film ist alles andere als neu. Und nochmals yup, Preise an internationalen Kinofestspielen gewinnt man mit solchem Klamauk definitiv nicht. Wir legen dir diese Trash-Trouvaille deswegen auch eher für deinen Beitrag zu einer «Bad Movie Night» im Freundeskreis ans Herz. Wenn sich Hauptfigur Stullen-Andi politisch komplett inkorrekt über den Kiez in St. Pauli blödelt, wird auch noch die allerunterste Humor-Schublade geöffnet. Also diejenige, die unter normalen Umständen zurecht fest verschlossen bleibt. Mit einem Zahlenschloss, dessen Kombination … ne, um das zu verstehen, musst du den Film gesehen haben. Weil sich das alles im Hamburger Vergnügungsviertel abspielt, steht für uns fest: «Der letzte Lude» lässt sich perfekt mit einem Astra Urtyp kombinieren, einem echten Original aus St. Pauli.

8. «My Name is Earl» und Blue Moon

Eine weitere Perle aus dem Archiv: Earl Hickey hat sich in seinem bisherigen Leben nicht immer mit Ruhm bekleckert. Genau genommen klaut er alles, was nicht angenagelt ist, und betrügt Fremde und Freunde, wann immer er kann. Bis er aufgrund einiger Wirrungen des Schicksals beginnt, an das Karma zu glauben – und alle seine Verfehlungen wieder gut machen möchte. Geschmeidiger kann man fast nicht unterhalten werden als von Earl, seinem Bruder Randy und all den anderen leicht wahnsinnigen Charakteren. Und bei «geschmeidig» kommt uns unweigerlich Blue Moon in den Sinn, das Earl sicher lieben würde. Hey, vielleicht trinkt er es sogar in einer der Episoden, darauf haben wir bisher gar nie geachtet…

9. «You: Du wirst mich lieben» und Selecção 1927 Bengal Amber IPA

Fans der Serie haben sehnlichst auf die dritte Staffel gewartet, die jetzt endlich auf Netflix zu sehen ist. Solltest du noch nicht zu dieser Gemeinde gehören, wird es Zeit, das zu ändern. Entsprechend wollen wir auch nicht zu viele spoilern, doch so viel sei verraten: Im Zentrum des Geschehens steht Buchhändler Joe, der eine alles andere als gesunde Vorstellung von Beziehungen hat. Die Story ist extrem spannend und vielschichtig, wobei sie immer wieder völlig überraschende Plot-Twists für dich bereithält. Dazu braucht es natürlich ein ebenso charaktervolles und tiefgründiges Bier. Wir empfehlen Selecção 1927 Bengal Amber IPA, das du ganz abgesehen von der Serie unbedingt einmal versuchen solltest.

10. «Code Red» und Coors

Am 12. November feiert diese Action-Komödie ganz offiziell auf Netflix ihre Premiere. Dwayne Johnson, Gal Gadot, Ryan Reynolds, ausgeklügelte Raubüberfälle, undurchsichtige Verwicklungen und Alarmstufe Rot bei Interpol: Das alles verspricht Popcorn-Kino vom Feinsten. Um das Hollywwod-Feeling stilecht zu komplettieren, empfehlen wir den amerikanischen Klassiker Coors, der in seiner langjährigen Geschichte schon unzählige Kinoabende abgerundet hat.

Oktoberfest: Wie gut weisst du Bescheid?

Bei uns kommen Fans der bayerischen Bierkultur voll auf ihre Kosten, auch wenn das Oktoberfest in diesem Jahr noch einmal ausfällt. Wir nehmen dich mit auf eine kurzweilige Reise in die Geschichte des wohl berühmtesten Volksfests der Welt und verraten dir, wo du in der Schweiz die «Wiesn» im – nur ein wenig – kleineren Format feiern kannst.

Oktoberfest in München aus der Vogelperspektive

Wir schreiben das Jahr 1810. Gerade haben sich Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese (Charlotte Luise Friederike Amalie von Sachsen-Hildburghausen, falls du es genau wissen möchtest) das Ja-Wort gegeben. Uns interessiert vor allem der erste Vorname der adeligen Braut. Denn im Zuge der wohl recht ausschweifenden Feierlichkeiten anlässlich der grossen Hochzeit gibt es am 17. Oktober 1810 auch ein Pferderennen auf dem Sendlinger Berg. Der dafür ausgewählte Festplatz wird zu Ehren der Prinzessin kurzerhand in Theresienwiese umbenannt. Noch ahnt niemand, dass hier künftig (beinahe) jährlich das Oktoberfest stattfinden wird. Vermutlich wird sich nie mehr endgültig klären lassen, ob ein Major der Nationalgarde oder doch ein Lohnkutscher die Idee für das Pferderennen aus dem Hut gezaubert hat. Fest steht aber: Einer von beiden legt damit den Grundstein für das grösste Volksfest der Welt.

Das Oktoberfest und seine Traditionen

Wenig überraschend hat sich im Lauf der Jahre so einiges verändert, allen voran das Datum. Den Verantwortlichen war schnell klar, dass schönes Wetter mehr Besucherinnen und Besucher bedeutet. Deswegen legten sie das Fest ab dem Ende des 19. Jahrhunderts ganz pragmatisch und dem Namen zum Trotz in die letzten Septemberwochen. Heute wird der Beginn so getimet, dass die «Wiesn» am ersten Oktoberwochenende endet. Etwa zur gleichen Zeit wie diese Terminkorrektur fiel der Entscheid, den Bierverkauf an speziell dafür eingerichteten Ständen ganz offiziell zu erlauben. Pferde spielen heute zwar noch eine Rolle, nämlich beim Einzug der Brauereien, für den traditionell typisch geschmückte Kutschen zum Einsatz kommen. Ein Rennen findet aber schon lange nicht mehr statt. Dafür gibt es natürlich jede Menge andere Unterhaltungsangebote.

Auch die adelige Schirmherrschaft existiert mangels eines bayerischen Königshauses nicht mehr. Oder sagen wir: nicht mehr im ursprünglichen Sinn. Denn immerhin kommt heute dem Oberbürgermeister eine wichtige Rolle zu: Er eröffnet das Oktoberfest mit dem Anstich des ersten Fasses Bier im «Schottenhammel», dem vermutlich bekanntesten der insgesamt 29 Bierzelte. Gleich im Anschluss verkündet er: «O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!» Die Anzahl der benötigten Hammerschläge, bis der Zapfhahn sicher im Fass steckt, wird immer genau beobachtet. Wissenschaftlich liess sich bisher kein Einfluss auf die Chancen auf eine Wiederwahl als Bürgermeister nachweisen – widerlegt ist diese Theorie aber auch nicht.

Die Wiesn in Zahlen

Obwohl die Tradition 1810 begründet wurde, findet (so alles gut geht) im Jahr 2022 «erst» das 187. Oktoberfest statt. Denn in der Geschichte gab es weit mehr Absagen als die in den vergangenen beiden Jahren. Will heissen: Falls nichts dazwischenkommt, darfst du dich für 2035 schonmal auf die 200. Ausgabe der Wiesn freuen. Die Anzahl an Besucherinnen und Besuchern ist über die Jahre immer weiter gestiegen, mittlerweile liegt sie durchschnittlich bei rund 6 Millionen. 2018 bedeutete dies, Übernachtungen eingeschlossen, einen Umsatz von etwa 1,2 Milliarden Euro – und rund 7,5 Millionen Mass Bier.

Apropos Bier: Das ist auf dem Oktoberfest streng reguliert: Es muss von Münchner Brauereien stammen, mindestens 13,5% Stammwürze und zwischen 5,8 und 6,4% Alkohol enthalten. Aber jetzt haben wir lange genug die Vorfreude geschürt: Wenn das Wiesn-Feeleing dich richtig massiv gepackt hat, empfehlen wir dir das Feldschlösschen Oktoberfest direkt auf dem Brauerei-Gelände in Rheinfelden. Alternativ geben wir dir gerne Tipps für kleinere Geschwister des Münchner Originals direkt vor deiner Haustür. Ein Mail an welcome@houseofbeer.ch genügt.

Pub Quiz: 10 Fragen und Antworten

Wieder mal bei einem Pub Quiz ganz knapp den zweiten Platz belegt? Wir haben das ultimative Cheat Sheet für Fragen rund um das Thema Bier!

Lange mussten wir auf ein echtes Pub Quiz live vor Ort verzichten. Jetzt dürft ihr endlich wieder mit eurem Wissen glänzen – und habt gleich beim ersten Versuch erleben müssen, dass euch die eine entscheidende Antwort zum Sieg gefehlt hat? Falls es an einer Frage aus der Kategorie «Welche Kunst der Selbstverteidigung versucht Ross Rachel und Phoebe in der 17. Folge der sechsten Staffel der Serie Friends beizubringen» lag, dann seid ihr auf euch selbst gestellt. Wenn euch aber eine korrekte Bier-Antwort fehlte, dann können wir euch vermutlich helfen. Zehn klassische Trivia-Fakten haben wir euch mal zusammengestellt. Und wenn ihr weitere Fragen beantwortet haben möchtet, nehmen wir eure Inputs jederzeit per Mail entgegen!

Pub Quiz: Drei Männer im Pub warten gespannt auf eine Antwort

 

  1. Was verbindet den dänischen Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr mit der Carlsberg Brauerei?

Nach der Verleihung des Nobelpreises erhielt Bohr von der Carlsberg Brauerei Freibier auf Lebenszeit. Dazu gab es auch gleich noch eine Villa in direkter Nachbarschaft zur Brauerei. Aus dem Reich der Mythen stammt allerdings die direkte Pipeline, die das Bier sozusagen aus dem Braukessel in Niels Bohrs Wohnzimmer befördert haben soll. Stattdessen wurde ihm das Bier wahlweise in Fässern oder Flaschen frei Haus geliefert. Und jetzt Hand aufs Herz: Wer denkt gerade darüber nach, doch noch Physik zu studieren?

 

  1. Welches Land hat den höchsten Pro-Kopf-Bierkonsum?

Diese Statistiken dazu ändern sich natürlich immer wieder, aber das Land an der Spitze weist eine beeindruckende Beständigkeit auf: Tschechien. Tatsächlich gibt es dort eine Jahrhunderte alte Brautradition und das Land hat viele Klassiker hervorgebracht, wie beispielsweise Staropramen, das sich rund um den Globus grosser Beliebtheit erfreut.

 

  1. Weshalb feiern die Isländer ihren «Tag des Biers» am 1. März?

Weil das isländische Parlament an einem 1. März beschloss, das gesetzliche Verbot von Bier aufzuheben. Ein solches Verbot klingt schon verrückt genug, doch noch unglaublicher finden wir das Jahr, in dem es endete: 1989. Auf Isländisch heisst der Festtag «bjórdagurinn» und offenbar gehören Pub-Touren zu den typischen Feierlichkeiten. Übrigens fällt der März gerade noch in die Jahreszeit, in der ihr in Island die Polarlichter erleben könnt. Stabile Kombo, würden wir sagen.

 

  1. Was bekommt man, wenn man im Pub ein «Poor man’s Black Velvet» bestellt?

Guinness und Cider. Ein guter Bartender sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeiten nicht wirklich mischen, sondern gewissermassen als zwei Schichten erhalten bleiben. Für den «armen Mann» ist das Getränk, weil der echte Black Velvet neben Guinness noch Champagner oder eine andere Millionärsbrause enthält. Hier zur Sicherheit noch ein paar weitere Möglichkeiten, Guinness zu mischen: Black & Tan (mit einem Pale Ale), Blacksmith (mit Smithwick’s), Black & Blue (mit Blue Moon).

 

  1. Was ist Cenosillicaphobie?

Dabei handelt es sich um einen Zustand, der gerade während Live-Übertragungen von Fussballspielen im Pub stark verbreitet ist – die Angst vor leeren Gläsern. Aber bevor jetzt irgendwer versucht, das nächste Pint bei der Krankenkasse abzurechnen: Offiziell als Krankheit anerkannt ist diese Phobie nicht. Mehr noch, bei genauerer Betrachtung wirkt das Wort eher, als sei es im Zuge einer feuchtfröhlichen Maturfeier eines humanistischen Gymnasiums entstanden, ausgedacht von Schüler*innen, die ausgerechnet Altgriechisch regelmässig geschwänzt haben. Immerhin seid ihr jetzt auf die Frage vorbereitet!

 

  1. Welchen Spitznamen hat Coors Bier in den USA?

Coors wird gerne als «Silver Bullet» bezeichnet. Der Grund: Die Dose wurde 1978 in einem Re-Design sozusagen «entfärbt», so dass das Aluminium sichtbar wurde. Verantwortlich für die Neugestaltung war ein junger Künstler namens Marc Barrios, den seine Karriere später nach Hollywood führen sollte.

 

  1. Wie oft mussten die Mönche die Abtei von Grimbergen – und damit ihre Brauerei – in ihrer beinahe 900-jährigen Geschichte neu aufbauen?

Unglaubliche dreimal fiel die Abtei einer Feuersbrunst zum Opfer und brannte mehr oder weniger vollständig ab. Und jedes Mal wurde sie wieder neu aufgebaut. Daher auch das Logo, das die Grimbergen-Flaschen noch heute ziert: der Phönix, der sich wie sein Vorbild in der griechischen Mythologie aus der Asche erhebt, um wieder in voller Pracht zu erstrahlen. 

 

  1. Was ist das teuerste Bier der Welt?

Das teuerste je verkaufte Bier ist ein scheinbar völlig unspektakuläres Helles von Löwenbräu. Aussergewöhnlich wird die Flasche durch das, was sie erlebt, oder genauer, was sie überlebt hat. Sie war dabei, als das Luftschiff Hindenburg im Jahr 1937 nach einer Atlantiküberquerung bei der Landung in der Nähe von New York in Flammen aufging. Der Preis für die Flasche lässt sich nicht eindeutig bestimmen, da sie mehrmals versteigert wurde und unterschiedliche Summen in verschiedenen Währungen im Netz umherschwirren. Deutlich über 10’000 Franken hat sie aber mit Gewissheit eingebracht.

 

  1. Woher hat das Bel Air Sour von Brooklyn seinen Namen?

Naheliegend wäre, an den schnieken Stadtteil von Los Angeles zu denken, in dem schon Will Smith einst edel hauste. Sommer, Sonne Palmen – die Verbindung scheint ja auf der Hand zu liegen. Aber weit gefehlt, das Bel Air Sour verdankt seinen Namen einem Auto, und einem ganz speziellen noch dazu. Es wurde nach dem Chevrolet Bel Air eines Mitarbeiters der Brooklyn Brewery benannt, einem amerikanischen Cabrio-Klassiker.

 

  1. In welcher Brauerei wurde mit die erste reine Hefekultur entwickelt, die noch heute in vielen untergärigen Bieren zum Einsatz kommt?

Carlsberg. Der Brauerei-Gründer J.C. Jacobsen arbeitete mit grossem Ehrgeiz daran, das Brauwesen zu modernisieren und die Qualität des hergestellten Biers zu sichern. Deswegen stellte er einen jungen Wissenschaftler namens Emil Christian Hansen ein, der eine Hefekultur züchtete, die verlässliche Ergebnisse im Brauprozess garantiert. Sie trägt in logischer Konsequenz den Namen «Saccharomyces Carlsbergensis».

 

So, das war’s erstmal. Viel Erfolg beim nächsten Pub Quiz!

PS: Damit niemand sagen, wir kucken nicht über den Tellerrand hinaus: Die Selbstverteidigung aus Friends heisst «Unagi». Es sei ergänzt: eine grandiose Folge!

NextUp Studios: Urban Music mit LYRICS Magazin und der Brooklyn Brewery

Mit dem Projekt «NextUp Studios» rückt das LYRICS Magazin junge Talente aus der Urban-Music-Ecke in den Mittelpunkt. Als Support-Act mit an Bord: Die Brooklyn Brewery!

Titelbild NextUp Studios
Im Ausland gilt die Schweiz für gewöhnlich als das Land der Banken. Des Käses. Der Uhren. Und ja, nicht nur bei den Simpsons kommt im Zusammenhang mit der Schweiz auch schnell mal Schokolade ins Spiel. Unserer bescheidenen Meinung nach gehört auf diese Liste noch ein weiterer Punkt, der leider viel zu oft übersehen wird: die Musik. Dabei geht es uns keineswegs um die zugegeben beeindruckende Dichte Schweizer Exporte für deutsche TV-Shows aus der Kategorie DSDS oder «Sing meinen Song». Vielmehr sprechen wir von der äusserst aktiven Urban-Music-Szene, in der immer wieder neue Talente mit richtig dickem Sound um die Ecke kommen.

Nur: Einfach haben es die jungen Künstlerinnen und Künstler wahrlich nicht. Unser Heimmarkt ist nun mal von eher bescheidener Grösse, die meisten Radiosender arbeiten mit den typischen «Hits aus den 80ern, 90ern, Nullern und das Beste von heute»-Rotationen, und der Plattenladen, der lokale Artists pushen könnte, ist längst Geschichte. Als wäre die Hürde damit nicht schon hoch genug gelegt, hat Corona auch noch jede Form von Live-Auftritten unterbunden. Irgendwann ist dann doch genug, dachten sich die Kolleginnen und Kollegen vom LYRICS Magazin. Mit viel Kreativität und Einsatz haben sie eine Plattform ins Leben gerufen, die ausgewählte Newcomer ins Spotlight stellt.

NextUp Studios: Online zum Durchbruch

Nach ausgiebiger Suche hat das LYRICS-Team insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und gemeinsam mit ihnen exklusive neue Tracks samt Videoclips produziert. Dank der grossen Reichweite und der breiten Vernetzung von LYRICS erhalten die neu entstandenen Werke jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdienen – aber in der aktuellen Situation vermutlich nie erhalten hätten. Der Name der ehrenwerten Aktion: NextUp Studios. Mit dabei sind:

  • Josha Hewitt
  • Kitoko
  • Kalinaw
  • Nide
  • Akindo
  • Cachita
  • ENZO
  • Junior
  • Plus zwei weitere Acts, die im Laufe der Aktion noch ausgewählt werden

Support für NextUp Studios kommt von der Brooklyn Brewery. Das passt wie eine catchy Hook zu einer satten Bassline, könnte man sagen. Denn Musik ist bei den Craft-Bier-Pionieren aus den USA ein Dauerthema. Mit Konzerten in der Brauerei selbst und mit Events im ganzen Land hat die Brooklyn Brewery in der Vergangenheit immer wieder aufstrebende Musikerinnen und Musiker unterstützt. Auch die Zusammenarbeit dem LYRICS Magazin hat bereits Tradition: Brooklyn war bereits 2019 Sponsor des LYRICS Festivals – jetzt wird diese Kooperation im Rahmen des NextUp Studios fortgesetzt.

Wo kann man die NextUp-Artists erleben?

Die Videos findest du auf dem YouTube-Kanal des LYRICS Magazins, einige davon werden wir in den nächsten Wochen auch direkt hier unter diesem Beitrag präsentieren. Damit nicht genug: Auf der Facebook-Seite und im Instagram-Kanal der Brooklyn Brewery wirst du regelmässig exklusives Material von und mit den Künstlerinnen und Künstlern finden, darunter auch eine Spotify-Playlist, das es sonst nirgends zu sehen gibt. Ohne zuviel verraten zu wollen: Unter anderem geht es um die noch eher junge Disziplin des Beer-Music-Pairings. 😉

Wenn du das nicht verpassen willst, heisst es also zwingend: Smack that like button!

Helles Landbier: Schneider geht neue Wege!

Helles Landbier – ein Lagerbier aus dem Hause Schneider Weisse? Ja, die eigentlich für ihr Weizenbier bekannte Traditionsbrauerei aus Bayern hat diesen Schritt gewagt, der beinahe schon einer kleinen Revolution gleichkommt. Georg VI. Schneider leitet das Unternehmen in sechster Generation. Im Interview lässt er uns an der Entstehung seines neuesten Babys teilhaben.

Georg VI., VII., und V. Schneider

Herr Schneider, in welchem Setting wurde die Idee für das Helle Landbier geboren?

Das war ein längerer Prozess. Mein Sohn Georg, der mittlerweile 25 Jahre alt ist und hier im Unternehmen einmal in meine Fussstapfen treten wird, kam schon vor einer ganzen Weile zum ersten Mal auf mich zu und meinte: «Papa, alle meine Kumpels trinken helles Bier. Wieso haben wir eigentlich kein helles Schneider?» Dazu muss man wissen, dass Weissbier obergärig gebraut wird. Mal eben auf ein – untergäriges – Helles umzustellen, ist für uns gar nicht so einfach. Aber mein Sohn gab nicht so schnell Ruhe, und als er das Thema strategisch clever bei einem Familienfest wieder ins Spiel brachte, sprang mein Vater darauf an. Er erinnerte uns daran, dass Schneider bis vor ungefähr vierzig Jahren untergäriges Bier braute. Mehr noch: Als akribischer Sammler und Dokumentierer hatte er sogar die Rezepte dazu.

Also ein echtes Drei-Generation-Projekt?

Definitiv, ein sehr lustvolles Drei-Generationen-Projekt. Es macht mich schon glücklich, dass mein Vater mit seinen 93 Jahren geistig so frisch ist, das er uns ermutigt, neue Wege zu gehen. Was manchmal eben auch heissen kann, auf ganz alte Dinge zurückzugreifen. Das Leben verläuft in Wellen. Was heute modern ist, kommt morgen aus der Mode und erlebt übermorgen ein Revival. Man muss immer flexibel bleiben – mit dieser Weisheit hat mein Vater in seinem hohen Alter uns motiviert.

Eine helles Bier als Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Damit hatten Sie einen Plan, aber noch kein fertiges Bier. Wie lief es weiter?

Wir holten unseren obersten Braumeister Hans-Peter Drexler an Bord und brauten die originale Rezeptur exakt nach. Schnell war uns klar, dass wir uns zwar auf dem richtigen Weg befanden, das Bier aber sozusagen in unsere Zeit bringen mussten. Die Menschen möchten heute ein höher vergorenes, schlankeres und einfach eleganteres Helles als früher.

Wie haben Sie die Rezeptur angepasst?

Wir lösten uns vom ganz klassischen Hellen mit seinem leicht süsslichen Charakter, und entschieden uns eben für ein helles Landbier mit einer fruchtig-frischen Hopfennote. Wir sind in der Hallertau zuhause, einem der wichtigsten Hopfenanbaugebiete der Welt, da liegt das auf der Hand. Wohlgemerkt: immer dezent! Wir sprechen nicht von den «Hopfenhämmern», wie man sie in der Craft-Beer-Ecke häufig findet, sondern von einem Bier mit einer hohen Drinkability. Der Alkoholgehalt ist mit knapp unter 5 % relativ niedrig, trotzdem hat das Bier einen angenehmen Antrunk und einen schönen, weichen Körper. Es passt als «Belohungshalbe» nach dem Rasenmähen ebenso wie als Begleitung zu einer deftigen Brotzeit oder einer feinen Forelle.

Bei Ihrem Kerngeschäft, den Weissbieren, muss man diese Frage nicht stellen, bei einem Hellen sei sie gestattet: Welche Glasform empfehlen Sie?

Ich trinke das Helle Landbier aus dem klassischen bayerischen Bierbecher, dem sogenannten Willibecher. Mit seiner beinahe komplett zylindrischen Form unterstützt dieses Glas die Eigenschaften des Hellen Landbiers perfekt, weil das Aroma und der Geschmack sehr gleichmässig ankommen, vom ersten bis zum letzten Schluck. Man kann das Landbier aber auch sehr gut direkt aus der Flasche trinken, zum Beispiel im heimischen Garten.

Bier: ein Produkt mit vielen Facetten

Die Craft-Beer-Bewegung hat uns viele aussergewöhnliche Sorten beschert, auch aus dem Hause Schneider kommen teils sehr innovative Weissbiere. Ist das Helle Landbier als ein Statement zu verstehen, als ein Bekenntnis zum Bodenständigen, entgegen dem allgemeinen Trend?

Das Schöne ist doch, dass es ein solches Bekenntnis gar nicht braucht. Bier umfasst eine enorme Bandbreite, das macht unseren Beruf so spannend. Auf der einen Seite haben wir sehr komplexe Biere, auf der anderen Seite relativ «einfache» und schlanke Biere, die unkompliziert zu trinken sind und bei denen man sich nicht bewusst auf den Geschmack konzentrieren muss. Gerade deren Herstellung ist eine hohe Kunst, sie verzeihen keinerlei Braufehler, weil man nichts mit zusätzlichen Tricks kaschieren kann. Aber natürlich hat die Craft-Beer-Bewegung viel verändert. Plötzlich fassten Braumeister den Mut, Neues zu versuchen und auszuloten, in welchem Spektrum Bier stattfinden kann. Viele Menschen erkannten dadurch erst, dass Bier eine Genusswelt eröffnet, die ihresgleichen sucht. Genau das macht die Lust an unserer Arbeit aus.

Mit dem Landbier haben Sie die Tür zum untergärigen Bier aufgestossen. Wird es bei der einen Sorte bleiben?

Schaumer mal. Jetzt wollen wir erst einmal ganz bescheiden den Launch des Hellen Landbiers durchziehen, daran arbeiten wir sehr intensiv. Es gehört ja auch zu unserer Aufgabe, unsere Abnehmer in der Gastronomie und im Handel zu unterstützen. Doch wenn mein Vater, mein Sohn und ich bei einem Hellen Landbier zusammensitzen, wird das sicher mal ein Thema werden.

Zum Abschluss noch eine nicht ganz einfache Frage: Ist aktuell denn ein glücklicher Zeitpunkt, um ein neues Bier zu lancieren?

Im Prinzip nein. Aber gleichzeitig eben doch. Was sind denn unsere Alternativen? Es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und wir wissen alle nicht, wie es weitergeht. Jedenfalls kenne ich niemanden mit einer funktionierenden Kristallkugel. Wenn Sie mir Ende 2019 gesagt hätten, was auf uns zukommt, hätte ich Ihnen übermässigen Konsum schlechter Science-Fiction-Romane unterstellt. Nichtsdestotrotz ist es die Aufgabe des Unternehmers, etwas zu unternehmen. Wir müssen nach vorne blicken; gerade wer sich mit Genussprodukten befasst, erwartet das von einer Marke. Es gibt auch jetzt Lichtblicke und man kann aus jeder Situation etwas machen.

Herr Schneider, vielen Dank für das Gespräch!

Mann hält Flasche Schneider's Helles Lanbier mit Schiff im Hintergrund

Brooklyn Special Effects: der Begleiter für neue Abenteuer

Ein Spezialeffekt ganz nach unserem Geschmack: ein herrlich frisches Bier mit vollem Aroma, aber mit weniger als 0,5 % Alkohol.

Brooklyn Special Effects: 3 Flaschen, im Hintergund die Brooklyn Bridge in New York

Die Craft-Beer-Bewegung hat den amerikanischen Biermarkt innert weniger Jahre komplett auf den Kopf gestellt. Während dort vor nicht allzu langer Zeit – no disrespect, folks – noch eine gewisse Gleichförmigkeit herrschte, erleben wir heute eine schier grenzenlose Vielfalt und eine unglaubliche Liebe zum Detail. Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung überrascht es ein wenig, dass sich der Trend zu alkoholfreien Alternativen in den USA bisher noch kaum etablieren konnte. Doch glücklicherweise gibt es unsere Freunde von der Brooklyn Brewery, die ausgezogen sind, das zu ändern.

Anfangs konnte sich Chef-Braumeister Garret Oliver so gar nicht für die Vorstellung begeistern, wie er selbst bekennt. «Aber warum?», soll seine lapidare Reaktion gelautet haben, als die Idee eines alkoholfreien Biers mit dem ikonischen Brooklyn-Logo erstmals an ihn herangetragen wurde. Dabei blieb es allerdings nicht lange. Als kreativer Kopf hinter zahlreichen Bierinnovationen fühlte er sich herausgefordert: War es möglich, ein alkoholfreies Bier zu erschaffen, das seinen eigenen Ansprüchen gerecht würde? Absolut, wie er mit Brooklyn Special Effects unter Beweis gestellt hat.

Brooklyn Special Effects: für alle, die noch grosse Pläne haben

Das erfrischende Lager überrascht mit einem wunderbaren Pinienaroma, gefolgt von einer angenehmen Bitternote im Abgang. Was ist also das Geheimnis hinter Special Effects? Wie ist es Garret Oliver gelungen, auf den Alkohol zu verzichten, ohne Abstriche im Geschmack machen zu müssen? Die Lösung liegt im extra-langsamen Brauvorgang. Dank der speziellen Gärmethode können sich alle Aromen frei entfalten, ohne dass je Alkohol entsteht, der später wieder entzogen werden müsste. Eine nachträgliche Trockenhopfung mit feinstem Citra- und Amarillo-Hopfen bringt noch eine leichte zusätzliche Grapefruit-Frische ins Spiel, die das Gesamtpaket stimmig abrundet. 

Special Effects gesellt sich ideal zu Spinatsalat, frischem Ziegenkäse oder Omelettes. Wer ein ganz besonderes Geschmackserlebnis sucht, versucht es mit einem schwedischen Toast Skagen. Vor allem ist Special Effects das ideale Getränk für alle, die ein Bier geniessen und danach aktiv bleiben möchten. Denn mit gerade einmal 0,4 % entspricht sein Alkoholgehalt in etwa dem einer reifen Banane – der Rauscheffekt bleibt somit aus. Oder, wie es Garret Oliver für die Brooklyn Brewery so perfekt auf den Punkt bringt: «Real beer, no buzz»!