Bierschaum: Ja, er hat eine wichtige Aufgabe!

Der Schaum auf deinem Bier dient nicht einfach nur der ansprechenden Optik. Er sorgt auch dafür, dass der Gerstensaft genau so schmeckt, wie er schmecken soll! 

Bierschaum auf drei unterschiedlichen Sorten Bier

Wozu dient der Schaum auf deinem Bier?

Kennst du den englischen Begriff für Schaumkrone? Nein? Kein Wunder. Es gibt nämlich keine exakte Entsprechung. Mit «Head» kommst du der Idee noch am nächsten, doch der majestätische Aspekt fehlt dabei ganz eindeutig. Unsere durchaus bierverliebten Freunde auf der Insel halten wenig von der Idee, dass der Schaum dem Bier im wahrsten Sinne des Wortes die Krone aufsetzt. Die Optik ist zugegeben eine Frage des Geschmacks, und über den lässt sich bekanntlich streiten.

Aus der Perspektive des Geniessers gesprochen hat der Schaum hingegen eine entscheidende Aufgabe: Er bildet gewissermassen den schützenden Deckel auf deinem Bier. Dieser verhindert, dass die Kohlensäure zu schnell aus dem Glas entweicht und das Bier seine Spritzigkeit verliert. Ausserdem hält der Schaum die Aromen im Bier und bewahrt sie davor, sich ganz und gar sinnlos im Raum zu verteilen, statt deine Geschmacksnerven zu verwöhnen. (Bei einer Bierverkostung sieht das anders aus: Dort möchte man ja gerade möglichst gleichzeitig und sofort mit Mund und Nase alle Aromen aufnehmen können. Deswegen bekommst du dein Bier bei einer Degustation «schaumfrei».)

Ganz nebenbei sorgt der Schaum noch dafür, dass du nicht so leicht etwas verschüttest, weil das Bier messbar weniger «schwappt». Besonders wichtig auf Schiffen oder am Oktoberfest – für den Hausgebrauch sollte es sich dabei hoffentlich eher um ein theoretisches Problem handeln. 

Wie entsteht der Bierschaum?

Eben diese Frage bleibt zu klären. Wenig überraschend hat das mit der Kohlensäure zu tun, die auch die Bläschen im Bier bildet. Das alleine ergibt aber noch keinen bleibenden Effekt, wie du zum Beispiel bei aufschäumender Cola beobachten kannst. Seine Stabilität verdankt der Bierschaum den Eiweissen, die im Malz enthalten sind. Ob du es glaubst oder nicht: Sogar dazu hat irgendwer statistische Daten gesammelt. Zwischen 9% und 11% Proteingehalt liegt der sweet spot für die «besten» Ergebnisse. Der natürliche Feind des Schaums heisst übrigens: Fett. Deswegen solltest du deine Biergläser immer besonders gut reinigen. Wenn du sie vor Gebrauch noch einmal kurz mit kaltem Wasser ausspülst, verhinderst du damit übermässige Schaumbildung, die schliesslich auch kein Mensch gebrauchen kann. 

Natürlich unterscheidet sich der Schaum von Bier zu Bier. Besonders charakteristisch fällt er für gewöhnlich bei Weizenbier aus, wie zum Beispiel beim Klassiker «Schneider Weisse Original». Doch auch typische Lagerbiere wie das von Brooklyn können eine wunderschöne Schaumkrone ausbilden, allerdings mit einer völlig anderen Konsistenz als beim Weizenbier. Hier sei noch erwähnt: Genau genommen setzt der Schaum nicht zwingend Kohlensäure voraus. Viele Stouts wie etwa Guinness setzen stattdessen teilweise oder vollständig auf Stickstoff. Das verleiht dem Bier selbst, aber auch dem Schaum eine deutlich cremigere Textur. Wenn du je ein Guinness getrunken hast, wirst du diesen Effekt sicher nicht vergessen. Erst recht nicht, wenn du mal eines selbst gezapft hast.

PS: Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp. Wenn dein Bier im Glas einmal seinen Schaum verloren hat, kannst du ihn durch Schütteln bis zu einem gewissen Grad wiederherstellen. Schon ein einzelnes Reiskorn verstärkt diesen Effekt noch massiv. Empfehlen können wir diese Idee aber nicht. Denn durch das Aufschäumen löst sich das Kohlendioxid, und dein Bier wird noch schneller schal als ohne Schaum. Insofern hilft nur eins: Augen zu und durch. In dem Fall absolut wörtlich gemeint 😉

Zwickelbier – ein «ungespundetes» Vergnügen

Wenn du dich etwas intensiver mit dem Thema Bier auseinandersetzt, läuft dir früher oder später auch unweigerlich das Zwickelbier über den Weg. Und das ist gut so – denn diese Spezialität hat definitiv ein wenig deiner Aufmerksamkeit verdient.

Was ist Zwickelbier?

Heute steht die Bezeichnung Zwickelbier für unfiltrierte und somit naturtrübe, für gewöhnlich untergärig gebraute Biere. Je nach Ausprägung kommen diese ganz ohne Nachgärungsprozess aus, oder sie werden sofort im Anschluss an diesen in Flaschen abgefüllt – respektive direkt ausgeschenkt. Letzteres geschieht natürlich bevorzugt in Brauereigaststätten. Ein Blick zurück in die Geschichte des Gerstensafts zeigt jedoch: Ursprünglich bezog sich Zwickelbier überhaupt nicht auf eine bestimmte Brauart. Vielmehr meinte man damit eine Probe, die der Braumeister aus dem Fass entnahm. Dank ihr konnte er sich von der Qualität des heranreifenden Biers überzeugen. Oder er hatte eine gute Ausrede für ein Schlückchen zwischendurch, ganz wie du es deuten möchtest. Um diese Probe zu zapfen, benutzte er einen speziell dafür vorgesehenen Hahn – eben den Zwickelhahn.

Biertechnisch betrachtet leben wir in einer enorm glücklichen Zeit: Uns steht eine breite Palette unterschiedlichster Sorten und Braustile aus aller Welt zur Auswahl. Weshalb nehmen wir uns also heraus zu sagen, dass bei all dieser Vielfalt gerade das Zwickelbier deine Aufmerksamkeit verdient? Weil man es guten Gewissens als ein ausgesprochen «süffiges» Erlebnis bezeichnen darf, wozu auch die naturtrübe Optik ihren Beitrag leistet. Die meisten Zwickelbiere punkten mit einem ausgewogenen Zusammenspiel der Aromen aus Hopfen und Malz. Dennoch bewahren sie sich gewisse Ecken und Kanten, was ihnen einen ausgeprägten, unkonventionellen Charakter verleiht.

Weniger Kohlensäure – weil «ungespundet»!

Nicht zuletzt solltest du dir mindestens einmal ein Zwickelbier gönnen, weil du damit vermutlich das erste «ungespundete» Bier deines Lebens trinkst. Was das bedeutet? Das Spundloch dient bei der Gärung in einem Fass dazu, bei Bedarf Druck abzulassen, der durch die Bildung von Kohlensäure während des Brauvorgangs entsteht. Verschlossen wird es üblicherweise mit einem Zapfen, den man als «Spund» bezeichnet. Bleibt das Spundloch hingegen offen, spricht man von ungespundetem Bier. Dieses enthält entsprechend weniger Kohlensäure, weil diese mehr oder weniger ungehindert entweichen kann. Gerne nehmen wir dein Dankesschreiben entgegen, falls du beim nächsten Pub-Quiz danach gefragt wirst! 

Übrigens: Häufig verwendet man den Ausdruck Kellerbier als Synonym zum Zwickelbier. Doch während die beiden viel gemeinsam haben, weisen sie auch kleine Unterschiede auf: Kellerbier ist üblicherweise ein wenig stärker gehopft und wird etwas länger gelagert, bevor es bereit für die Verkostung ist.

Falls du jetzt Lust bekommen hast, mal ein Zwickelbier zu versuchen, legen wir dir die Interpretation unserer Freunde von Valaisanne ans Herz. Schliesslich könnte es kaum eine bessere Quelle für ein charaktervolles Bier wie das Zwickelbier geben, als eine Brauerei aus dem Wallis, die stets bedacht ist, die Eigenwilligkeit ihrer Heimat auf ihre Produkte zu übertragen.

Valaisanne Zwickelbier: Flasche vor Berghintergrund

Malz: die Basis für dein Bier

Malz gehört zum Bier wie das Yin zum Yang. Aber wie entsteht Malz überhaupt? Und was hat es im Bier zu suchen? Wir klären dich auf!

«Hopfen und Malz, Gott erhalt’s» sagt man nicht nur in Bayern gern, wenn man dem Bier ein Loblied singen möchte. Mit dem Hopfen haben wir uns bereits im vergangenen Monat ausführlich befasst. Da drängt es sich ja beinahe auf, dass wir uns jetzt den zweiten Teil der schönen Redewendung vorknöpfen: das Malz!

Was ist Malz eigentlich genau?

Der Begriff Malz bezeichnet Getreide, das man kurz aufkeimen lässt, um es gleich anschliessend wieder zu trocknen. Was es damit auf sich hat, erklären wir dir später; jetzt wollen wir uns erst einmal die unterschiedlichen Getreidesorten ansehen, die dafür überhaupt in Frage kommen.

Verschiedene Getreidesorten, aufgeschüttet in Gläsern, bevor sie zu Malz verarbeitet werden

Gerstenmalz hat die Nase vorn

Der absolute Klassiker und gleichzeitig auch das zumindest in unseren Gefilden für die Bierherstellung am häufigsten verwendete Getreide ist die Gerste. Weshalb ist sie so beliebt? Erstens hat sie einen markanten, aber doch nicht zu dominanten Geschmack, der sie zur perfekten Wahl für Braumeisterinnen und Braumeister macht. Zweitens übernimmt ihre feste Kornhülle im weiteren Verlauf des Brauprozesses eine natürliche Filterfunktion. Drittens ist sie weniger heikel als andere Getreidesorten und hat keine allzu hohen Ansprüche an den Boden oder die Witterung. Viertens, schliesslich – und das dürfte vielleicht der wichtigste Punkt sein – lässt sich aus Gerste nur schwerlich Brot backen. Deswegen kam in der Geschichte auch bei akutem Mangel an Getreide im Grunde nie jemand auf die Idee, das Bierbrauen mit Gerste zu verbieten.

Geschmäcker sind verschieden

Ebenfalls beliebt für die Malzproduktion ist der Weizen. Sein Geschmack ist weniger ausgeprägt als derjenige der Gerste, stattdessen erzeugt er die typische Spritzigkeit, die du von belgischen Witbieren oder von Weissbieren beispielsweise aus dem Hause Schneider kennst.

Neben diesen beiden wichtigsten Sorten verwenden europäische Braumeisterinnen und Braumeister eher selten auch Roggen oder Dinkel für ihr Malz. Falls du gerne Biere von der Insel trinkst, ist dir vermutlich Hafer schon als Zutat über den Weg gelaufen: Er wird für die vor allem in Grossbritannien und Irland beliebten Oatmeal Stouts verwendet.

Andere Kontinente, andere Malze

Welches Getreide für das Bierbrauen zum Einsatz kommt, hängt in erster Linie mit der lokalen Verfügbarkeit zusammen. Deswegen überrascht es wenig, dass es über unseren Erdball verteilt eine ziemliche Vielfalt an unterschiedlichen Malzen gibt. In Asien beispielsweise braut man Bier häufig aus gemalztem Reis. In Afrika, speziell im östlichen Teil des Kontinents, sind verschiedene aus Hirse gebraute Biersorten verbreitet. Auf dem amerikanischen Kontinent wiederum, speziell ab Mexiko in Richtung Süden, finden sich häufig Biere auf Mais-Basis. Doch auch in Europa hat sich die Verwendung von Mais längst durchgesetzt – zum Beispiel beim spanischen Klassiker San Miguel

Welche Rolle spielt das Malz im Brauprozess?

Malz bildet zusammen mit dem Hopfen die Grundlage für die Bierwürze, aus der durch den Gärvorgang das Bier entsteht. Nun fragst du dich vermutlich, wie Gerste oder andere Getreidesorten überhaupt zu Malz verarbeitet werden. Zunächst weicht man die Körner in Wasser ein, so dass sie zu keimen beginnen und bestimmte Enzyme freisetzen. Diese sind dafür verantwortlich, dass die enthaltene Stärke später in Zucker umgewandelt wird. Dieser wiederum vergärt im weiteren Verlauf zu Alkohol. Doch bevor das Korn Wurzeln schlägt, wird es getrocknet und gemahlen, so dass es als Pulver für den Brauprozess zur Verfügung steht. Für manche Biersorten wird auch ein Anteil an geröstetem Malz verwendet – das vielleicht bekannteste Beispiel ist das irische Guinness

Übrigens: Wie der gesamte Brauprozess im Detail abläuft, haben wir hier ausführlich für dich beschrieben.

Zum Schluss: Wenn Hopfen und Malz verloren sind…

Hopfen: die «Würze des Braumeisters»

Das nahende Ende des Sommers bringt auch etwas Positives mit sich, denn ab Ende August wird der Hopfen geerntet. Wir nutzen die Gelegenheit, um dir diese spezielle Pflanze und ihre Rolle im Brauprozess näher zu bringen.

Hopfen: Getreide? Hanfgewächs?

Der Hopfen ist eine Kletterpflanze, die zur Familie der Hanfgewächse gehört und weltweit auf ca. 47’766 Hektar Fläche angebaut wird. Die Hälfte der Weltproduktion kommt aus den USA, während Deutschland mit 20’144 Hektar der zweitgrösste Player ist. In der Schweiz wird Hopfen übrigens auf lediglich 18 Hektar angebaut (was ganz grob 25 Fussballfeldern entspricht). 90% des weltweit geernteten Hopfens werden für das Bierbrauen verwendet. Hierbei benutzt man ausschliesslich weibliche Hopfendolden, da nur diese die wertvollen Gerbstoffe enthalten – mehr dazu später.

Hopfendolde im Sonnenlicht

Die ersten Hopfenkeimlinge wagen sich an die Oberfläche, sobald die ersten Frühlingssonnenstrahlen den sandigen Boden küssen. Sie können eine Höhe von sieben Metern erreichen und wachsen bis September – bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 cm pro Tag. Um die Haltbarkeit zu gewährleisten, werden die Hopfendolden unmittelbar nach der Ernte getrocknet. Hierfür kommen sie in eine sogenannte Darre, wo sie auf zwischen 62 und 65° C erhitzt werden, so dass ihr Feuchtigkeitsgehalt von über 80 auf rund 10% sinkt. Sobald der Hopfen aus der Darre kommt, ist er bereit für die weitere Verwertung.

Die Dolden als solche werden heute allerdings nur noch in geringem Umfang direkt in dieser Form der Würze beigegeben. In der Tat greift man unterdessen mehrheitlich auf Hopfenpulver zurück, bei welchem die gemahlenen Dolden zu «Pellets» gepresst werden, oder Hopfenextrakt, wobei die Bitter- und Aromastoffe mit Hilfe von flüssiger Kohlensäure unter hohem Druck «herausgewaschen» werden.

Seele und Gerüst des Bieres

Von den vier Hauptbestandteilen im Bier – Wasser, Gerste, Hefe und eben Hopfen – hat der Hopfen zweifelsohne den grössten Einfluss auf das Aroma. Nicht umsonst nennt man ihn liebevoll «das Würzmittel des Braumeisters». Generell kann man Hopfen in zwei Hauptsorten unterteilen. Der Bitterhopfen zeichnet sich durch einen relativ hohen Anteil an sogenannter Alpha-Säure aus, die dem Bier seine bittere Note verleiht. Der Aromahopfen hingegen ist reicher an Aromaölen und gibt dadurch dem Bier eine fruchtige Note mit.

Hopfen ist aber auch für die Haltbarkeit des Bieres unentbehrlich. Deswegen wurden im 19. Jahrhundert Ales, die für lange Seereise von England nach Indien vorgesehen waren, mit einem zusätzlichen Drittel Hopfen und höheren Alkoholgehalt gebraut, um die Überfahrt unbeschadet überstehen zu können. Und so entstand, du ahnst es vermutlich schon, das India Pale Ale. Nicht zuletzt leistet der Hopfen in Sachen Ästhetik seinen Beitrag: Seine Gerbstoffe sorgen ganz nebenbei noch dafür, dass die Schaumkrone ihre majestätische Festigkeit erlangt und nicht gleich nach dem Einschenken in sich zusammenfällt.

Hopfensorten von den verschiedensten Orten

Schneider Weisse, die stolze älteste Weissbierbrauerei Bayerns, hat sich mit dem Örtchen Kelheim die perfekte Heimat ausgesucht. Denn sozusagen direkt vor der Haustür liegt die Hallertau, das grösste zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Über 30 unterschiedliche Arten wachsen hier jedes Jahr unter idealen Bedingungen und warten nur darauf, einige Kilometer weiter in den Kesseln der Schneider-Braumeister zu landen. In der «Hellen Weisse»  etwa sorgt eine Mischung aus der milden und leicht süsslichen Sorte «Hallertauer Tradition» und der blumig-fruchtigen Sorte «Hallertauer Saphir» für den unverwechselbaren Geschmack bayerischer Lebenslust.

Auch die Kollegen von Kronenburg setzen auf Regionalität und benutzen für ihr «1664 Lager» eine ganz spezielle Variante, die von Kennern als  «Kaviar des Hopfens» bezeichnet wird: den Strisselspalt. Dieser wächst hauptsächlich in der Region rund um Strassburg und überzeugt aufgrund seines ausserordentlich feinen Aromas, das im 1664 Lager aufgrund der Mischung mit ausgewählten Malzsorten und exklusiven Hefekulturen besonders gut zur Geltung kommt.

Doch manchmal muss es auch ein wenig exotischer sein: In der Open Gate Brewery, der hauseigenen Experimentierküche von Guinness, haben sich die Braumeisterinnen und Braumeister etwas ganz besonderes einfallen lassen. Für Ihr «Hop House 13» kombinieren sie die Sorten Galaxy, Topaz und Mosaic-Hopfen (aus den USA und Australien), um ein Gesamtbouquet mit Aromen von Aprikose und Pfirsich zu erzielen. Seinen Namen verdankt das Bier übrigens dem ehemaligen Lagerhaus mit der Nummer 13, in dem tatsächlich auch heute noch der Hopfen aufbewahrt wird.

Übrigens: Bei uns findest du auch den gesamten Brauprozess übersichtlich zusammengefasst.

Bel Air Sour: This is the one for you

Sauerbiere erfreuen sich zunehmender Popularität. Mit Bel Air Sour präsentiert die Brooklyn Brewery einen wunderbar-knackigen Sommergenuss! 

Nicht jedes Bier «funktioniert» gleich gut an einem heissen Sommertag. Wenn dir der Sinn nach Gerstensaft mit einer möglichst erfrischenden Komponente steht, solltest du es mal mit einem Sauerbier versuchen. Für lange Zeit beinahe schon in Vergessenheit geraten, erfreut es sich wieder konstant wachsender Beliebtheit vor allem unter Freundinnen und Freunden des etwas anspruchsvolleren Biergenusses. Ein derzeit besonders populäres Beispiel ist das Bel Air Sour der Brooklyn Brewery, von Braumeister-Ikone Garrett Oliver liebevoll als sein «Happy Juice» tituliert. Gerade erst wurde es an der New York State Craft Beer Competition mit der Goldmedaille in der Kategorie «Kettle and Simple Sours» ausgezeichnet.

Den Geschmack in Worte zu fassen, fällt gar nicht so leicht, vor allem falls du noch nie ein Sauerbier getrunken hast. In der Nase machen sich Noten von Passionsfrucht, Litschi und anderen tropischen Früchten bemerkbar, während beim süffig-teigigen Abgang vor allem der leicht säuerliche Nachgeschmack hängen bleibt. Zustande kommt dieses kleine Meisterwerk durch nachträgliche Kalthopfung und einen speziell gezüchteten Laktobacillus-Stamm, der die aussergewöhnlichen Aromen überhaupt erst ermöglicht. Mit seiner leichten und frischen Art ist Bel Air Sour das perfekte Bier als Begleiter zu einem schön angerichteten Teller mit Pulpo-Salat beispielsweise. Oder zur Pouletbrust vom Grill. Oder auch mal zu einem feinen Sorbet, denn Bel Air Sour ist vor allem eines: überraschend! Ergänzt sei an dieser Stelle noch ein wenig Wissen für dein nächstes Pub-Quiz: Seinen Namen verdankt das Bel Air Sour übrigens einem ehemaligen Auto des Brooklyn Lab Managers Andrew Bombard, einem klassischen Chevrolet Bel Air.

Was ist eigentlich Sauerbier?

Eine einfache Frage, auf die es jedoch keine ebenso einfache Antwort gibt. Natürlich erklärt sich der Begriff irgendwie von selbst: Sauerbiere schmecken allesamt in unterschiedlichen Abstufungen säuerlich. Doch das trifft nunmal auf eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Bierstile mit teils jahrhundertelanger Tradition zu. Müsste man ein Land nennen, das sich in diesem Zusammenhang speziell hervortut, wäre das sicher Belgien. Hier hat die Liebe zum Sauerbier – im Gegensatz zu beinahe allen europäischen Nachbarn – nie wirklich nachgelassen. Von dort stammt der vielleicht wichtigste Vertreter dieser Bierkategorie: das Lambic. Es gilt nicht nur als eines der komplexesten Biere überhaupt, sondern dient gleichzeitig als Basis für andere Sauerbiere wie Gueuze, Faro oder Kriek.

Auch Deutschland hat eine gewisse Erfahrung mit Sauerbier vorzuweisen, und zwar in der Form der berühmten Berliner Weisse. Vermutlich habt ihr den Namen meistens in Kombination mit dem Zusatz «mit Schuss» gehört. Damit ist wahlweise Waldmeister- oder Himbeersirup gemeint, der hinzugefügt wird, um die Säure ein wenig abzumildern. Wahre Kennerinnen und Kenner haben dafür aber nur ein mildes Lächeln übrig und verzichten auf diesen geschmacklichen Weichzeichner. Mittlerweile versuchen sich gerade Craft-Beer-Brauerinnen und Brauer rund um den Globus an immer neuen Sauberbier-Varianten. In den USA etwa spricht man von «American Spontaneous Ales», «Wild Ales» oder «Sour Ales»; zu den Letzteren wird auch das Bel Air Sour gezählt.

So entsteht Sauerbier: Spontangärung und Milchsäurebakterien

Die Säure im Sauerbier geht in praktisch allen Fällen auf Milchsäure- oder verwandte Bakterien zurück, die während des Brauvorgangs ins Bier gelangen. Das Lacotbazillus kennst du vermutlich eher aus einem anderen Kontext: Es spielt bei der Herstellung von Joghurt eine wichtige Rolle. Die meisten Sauerbiersorten haben eine weitere Gemeinsamkeit: Der Alkohol entsteht durch Spontanvergärung mit sogenannten wilden Hefen, wie etwa Brettanomyces. Als die Menschen einst die ersten Gehversuche aus dem Feld der Braukunst unternahmen, war diese Form der Gärung die Normalität. Nachdem wir sie im Laufe der Zeit durch immer genauer kontrollierte Brauprozesse beinahe zum Verschwinden gebracht hatten, legt sie jetzt wieder an Bedeutung zu und beschert uns zusätzliche Vielfalt in Sachen Bier.

Zum Abschluss noch ein Tipp für all jene unter euch, die erstmals ein Sauerbier versuchen: Es empfiehlt sich, für den Einstieg eine zugängliche Variante wie das Bel Air Sour oder beispielsweise ein Kriek zu wählen. Denn unser ganzes Bierleben lang haben wir uns an typische Aromen gewöhnt, die eben so gar nichts mit «sauer» zu tun haben. Dich gleich an eine extreme Variante wie ein Lambic heranzuwagen, könnte deine Geschmacksnerven unter Umständen ein wenig überfordern. Aber hey: Die Entscheidung liegt ganz bei dir – entgehen lassen solltest du dir den Sauerbier-Genuss definitiv nicht!

Schneiders «Helle Weisse» jetzt noch sommerlicher

Jetzt kann der Sommer endgültig kommen: Schneider Weisse hat seine «Helle Weisse» neu erfunden und sie noch frischer und fruchtiger gemacht.

«Helle Weisse»: der frische Genuss

Die Braumeister bei Schneider Weisse im niederbayerischen Kelheim sind seit vielen Jahren bekannt dafür, Tradition und Innovation auf äusserst schmackhafte Art miteinander zu vereinen. Pünktlich für die Sommersaison hat sich das Team um Chef-Bierologe Hans-Peter Drexler die auch aus als TAP1 bekannte «Helle Weisse» zur Brust genommen und eine neue Rezeptur für sie kreiert. Das Ergebnis überzeugt schon vor dem ersten Schluck: Das leuchtende Gold im eleganten Weissbier-Glas verbreitet pure Sommerlust. Und weil die Schneider-Bierexperten ihr Handwerk verstehen, hält der Geschmack, was die Optik verspricht: Die «Helle Weisse» punktet mit ihrem fruchtig-bananigen Aroma, das von einer leicht würzigen Note ergänzt wird. Mit ihrer Spritzigkeit und dem leicht niedrigeren Alkoholgehalt (4,9%) passt die neue «Helle Weisse» perfekt zur warmen Jahreszeit – sei es im Biergarten, beim Picknick mit Freunden oder als gemütlicher Feierabend-Genuss auf der heimischen Terrasse.

Schneider Helle Weisse: Glas und Flasche auf Bootssteg

Bei welcher Temperatur schmeckt Bier am besten?

Wir nehmen die neue Rezeptur von Schneider Weisse TAP1 zum Anlass, um uns mit einem leider oft vernachlässigten Thema zu befassen: der idealen Trinktemperatur für Bier. Denn gerade im Sommer neigen wir dazu, möglichst kalt für den besten Weg zu halten. Die «Helle Weisse» illustriert perfekt, dass man sich – und seinem Bier – mit diesem Ansatz nicht zwingend einen Gefallen tut. Denn Weissbier beispielsweise entfaltet sein Aroma am besten zwischen 7 und 9 Grad, was vermutlich über der Temperatur liegt, auf die du deinen Kühlschrank eingestellt hast. Deswegen empfiehlt es sich, die Flasche nicht direkt vor dem Genuss herauszunehmen, sondern schon ein wenig früher.

Alternativ kannst du Weissbier auch grundsätzlich auf der obersten Ablage deines Kühlschranks aufbewahren, schliesslich ist es dort grundsätzlich weniger kalt als ganz unten. Ein klassisches Lagerbier wie Coors Light kannst du übrigens ruhig bei 5 bis 7 Grad trinken, während ein Red Ale wie Kilkenny auch mal knapp über 10 Grad haben darf, um in vollem Ausmass zur Geltung zu kommen. Am Ende des Tages gilt wie bei so vielen Fragen des Geschmacks: Teste ein wenig, was für dich am besten funktioniert, denn «richtig» und «falsch» sind schwierige Begriffe für Geniesserinnen und Geniesser. Hier eine kleine Übersicht, die dir ein wenig Orientierung verschafft:

  • Ale 8-12° C
  • Alt 7-9° C
  • Bockbier 9° C
  • Helles 5-7° C
  • Leichtbier 5-6° C
  • Lager 5-7° C
  • Pils 7-8° C
  • Stout 10-12° C
  • IPA 9-11° C
  • Red Ale 10-12° C
  • Weissbier 7-9° C
  • Pale Ale 7-9° C
  • Zwickelbier 7° C

Bier immer dunkel lagern!

Während die perfekte Trinktemperatur durchaus mit deinen persönlichen Vorlieben zu tun hat, gibt es bei der Aufbewahrung keinen Spielraum. Lagere dein Bier immer kühl – und noch entscheidender – möglichst dunkel. Nicht nur Sonnenlicht, sondern auch künstliches Licht, speziell von Neonröhren, kann den Geschmack im Handumdrehen ruinieren. Dein Bier auf den Balkon zu stellen, und es erst in den Kühlschrank zu packen, bevor du es trinken möchtest, ist deswegen definitiv tabu!