Alkoholfreies Bier – was du schon immer dazu wissen wolltest

Enthält alkoholfreies Bier tatsächlich gar keinen Alkohol? Wie wird es überhaupt hergestellt? Welche Sorten gibt es? Wir beantworten für dich die wichtigsten Fragen rund um den alkoholfreien Gerstensaft.

Radfahrerin mit alkoholfreiem Schneider Weisse Tap 3 und im Vordergrund ist die Flasche Schneider Weisse dargestellt auf einem Tisch mit dem passenden Bierglas sowie einer Bretzel

Als das alkoholfreie Bier noch in den Kinderschuhen steckte, hielt sich die Anzahl seiner Anhänger in Grenzen. Zum einen war dies wohl der menschlichen Natur geschuldet: Wenn wir etwas liebgewonnen haben, stehen wir Neuerungen gerne mal ein wenig skeptisch gegenüber. Zum anderen waren dafür vermutlich die noch nicht ganz ausgegorenen (Ba-dum-ts!) Herstellungsverfahren verantwortlich. Bei beiden Punkten hat sich im Lauf der Jahre einiges verändert, so dass sich alkoholfreies Bier immer grösserer Beliebtheit erfreut. Vor allem nach dem Sport greifen immer mehr aktive Menschen zum «Bleifreien», schliesslich enthält es nur etwa halb so viel Kalorien wie «normales» Bier, weist aber die gleichen isotonischen Eigenschaften auf.

Wie entsteht alkoholfreies Bier?

Die Verfahren zur Produktion von alkoholfreiem Bier lassen sich in zwei grundsätzliche Ansätze unterteilen: Entweder man braut das Bier auf herkömmliche Weise ein und entzieht ihm später den entstandenen Alkohol. Oder man stoppt den Gärvorgang, bevor sich ein Alkoholgehalt von mehr als 0,5% bildet. Genau hier liegt nämlich die Grenze, bis zu der die Bezeichnung «alkoholfrei» verwendet werden darf.

Während des Brauprozesses wandelt die Hefe den im Malz enthaltenen Zucker in Alkohol und Kohlensäure um (mehr dazu hier). Deswegen liegt es nahe, diesen Vorgang vor dem Erreichen der 0,5%-Grenze zu unterbrechen, um alkoholfreies Bier zu bekommen. Da auf diesem Weg mehr Zucker als üblich erhalten bleibt, schmecken solche Biere häufig leicht süsslich. Sehr niedrige Temperaturen und speziell gezüchtete Hefen tragen dazu bei, diesen Effekt abzumildern.

Die Alternative: Dem fertigen Bier wird der Alkohol wieder entzogen. Bei der Vakuum-Destillation oder -Rektifikation beispielsweise wird der Alkohol abgedampft, die mit ihm verbundenen Aromastoffe allerdings aufgefangen und nachträglich wieder hinzugefügt. Darüber hinaus existieren unterschiedliche Filtrationstechniken, um den Alkohol vom Bier zu trennen. Ein ganz wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang lautet «Umkehrosmose». Für alle, die sich nur noch dunkel an ihre Bio- und Chemie-Stunden erinnern: Hier gibt es eine umfassende Erklärung.

Viele Brauereien setzen mittlerweile auf eine Kombination mehrerer Methoden, halten ihr genaues Verfahren aber geheim, damit es nicht kopiert werden kann.

Seit wann gibt es eigentlich alkoholfreies Bier?

Das vermutlich erste alkoholfreie Bier entstand in der damaligen DDR: 1972 brachte die Ost-Berliner Brauerei Engelhardt ein «Aubi» auf den Markt, sprich ein Bier für Autofahrer. Tatsächlich kann dieser Anspruch trotz des zulässigen Alkoholgehalts von bis zu 0,5% aufrechterhalten werden: Studien zufolge ist der Genuss von alkoholfreiem Bier sogar für Neulenker unbedenklich, da der menschliche Körper den Alkohol schneller abbaut, als er über das Bier (in dieser Konzentration) aufgenommen wird. Nicht geeignet ist es hingegen für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ganz auf Bier verzichten sollen. So senkt es beispielsweise bei trockenen Alkoholikern die Hemmschwelle, auch wieder «normales» Bier zu trinken. Auch für Gicht-Patienten ist alkoholfreies Bier keine Lösung, da es gleich viele Purine wie sein alkoholhaltiges Gegenstück enthält.

Unterschiedliche Sorten alkoholfreier Biere

Da immer mehr auch kleinere Brauereien sich mit der Herstellung hochwertiger alkoholfreier Biere befassen, ist im Lauf der Jahre eine ansehnliche Vielfalt entstanden. Neben dem klassischen «Hellen» finden sich ganz im Sinne des «After-Sport-Drinks» viele alkoholfreie Hefeweizen auf dem Markt, wie unser Schneider Weisse Tap 3. Auch Pils und sogar IPA gibt es in der entschärften Version. Prost… auf den alkoholfreien Genuss!